Seite:Luebische Geschichten und Sagen.djvu/345

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hat er sehr getobt, und sich verwünscht: der Teufel solle sein Erbe sein.

Als er nun bald danach gestorben, hat man fleißig nachgesucht und Alles umgekehrt, jedoch kein Geld gefunden: dergestalt daß leichtlich zu erkennen war, der Teufel sei des reichen Mannes Erbe geworden. Dennoch hat derselbe den Kasten aus dem Hofe nicht wegnehmen können, weil ein Stein darauf gelegen, so mit einem Kreuz bezeichnet war.

Nun wohnte in diesem 1542sten Jahre in solchem Hause ein Brauer, der sich mit Mühe ernähren konnte, nebst seinem Weib und seinem Sohn, welcher beständig krank darnieder lag. So kömmt eines Tages ein fremder Mann und spricht zu ihm: daß auf dem Hofe ein großer Kasten mit Geld stehe, den er heben könnte, wenn er gewillt sei; wodurch er aus aller seiner Noth kommen möchte. Deß ist der Brauer sehr froh und geht mit dem Fremden heimlich in den Hof; der zeigt ihm den Ort, und wie er den Stein wegnehmen müsse, um an den Schatz zu kommen. Das thut er auch; wie er aber mit dem Stein aus der Grube steigt, kömmt seine Frau gelaufen, und schreit: „ach, lieber Mann, was ist doch unserm Sohn widerfahren, daß er im Bette liegt und den Kopf in den Nacken verdreht!“ Der Mann also läßt den Stein alsbald auf den Boden fallen und läuft der Frau entgegen; sogleich aber hat der Fremde den

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Ernst Deecke: Lübische Geschichten und Sagen. Carl Boldemann, Lübeck 1852, Seite 339. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Luebische_Geschichten_und_Sagen.djvu/345&oldid=3349065 (Version vom 1.8.2018)