Seite:Luebische Geschichten und Sagen.djvu/38

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der gute Antonius nicht, doch versorgte er sich mit guter Rüstung, gutem Schwert und gutem Pferd, denn das macht einen Ritter werth. Nun hatte der Engelsmann von langen Jahren einen jungen Leuen aufgezogen, den er täglich selbst gespeiset und so gewöhnt, daß er auf ihm reiten konnte. Wie nun Antonius mit seinem schönen Gaul und Rüstzeug in die Schranken hineingeritten kömmt, da dauert es nicht lange, so findet sich der Engelsmann auf seinem Leuen ein, und hetzt diesen auf den Sachsen an. Dieser zwar springt geschwind vom Pferd und haut dem Leuen vorn die Schnauze ganz ab, daß er dahin fällt: dann aber läuft er vor den König und beklagt sich des Unrechts, mit Bitte, dem Engelsmann möge befohlen werden, daß er den folgenden Tag zu Roß erscheinen und sein Heil nach Ritterweise versuchen möchte. Dieß ward bei des Königs höchster Ungnade angesagt. Aber der Englische hat doch voll loser Tücken so viel verrichten lassen, daß des Deutschen Pferd, wie es auf die Bahn kommt, schnobbelt und niederfällt. Da springt Herr Antonius auf und haut dem englischen Roß beide Hinterbeine ab, daß der Ritter dahin stürzt. Der Deutsche hilft ihm aber wieder auf die Füße, mit Drohen, er solle sich wehren, oder sein letztes Stündlein sei gekommen. Nun erhob sich ein neuer Kampf, in dem gleichwohl der Engelsmann großen Vortheil gehabt; denn sobald der Deutsche zuhieb, warf der andere immer sein Boclär oder

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Ernst Deecke: Lübische Geschichten und Sagen. Carl Boldemann, Lübeck 1852, Seite 32. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Luebische_Geschichten_und_Sagen.djvu/38&oldid=- (Version vom 1.8.2018)