Seite:Mein Freund Coy.pdf/106

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Spaß machte …!

Nein, Spaß beiseite! Ich war wütend, enttäuscht, ergrimmt, belegte mich mit allerlei Kosenamen, die für eine Beleidigungsklage ausgereicht hätten. Meine Pandasara, dritte Etage von oben gerechnet, schaukelte ganz leicht, und vor meiner Nase, die ich im Gesicht als förmlichen Eisklumpen fühlte, pendelte das verdammte Tau hin und her … her und hin …

Ich gab ihm einen Fußtritt … Ich haßte es. Ich hatte mir die wunden Hände noch wunder gearbeitet – für nichts! Und hatte doch dem Abgrund – Sennorita und der Karbidlaterne so gern einen Besuch abstatten wollen.

Fußtritt …

Das lose schwebende Tauende verschwand aus meinem Sehbereich, kehrte zurück und klatschte mir rauh gegen die Backe.

Aber – man soll nie verzagen. Man soll getrost, wenn man kindlich-gläubigen frommen Gemütes ist, auf ein Wunder rechnen, hoffen – auf plötzlich erwachte geheimnisvolle Fakirfähigkeiten …

Das Wunder kam. Das Tauende versetzte mir als Gegengabe für den Fußtritt eine Maulschelle, und dann prasselte etwas auf meinen Kopf herab …

Nicht mein schöner Filzhut. Nein. Der war wirklich endgültig dahin. Es war mein Tau, das mich derart beglückte und mich gehörig zusammenschrecken ließ, – mein ganzes langes dickes rauhes Hopfentau!

Fürwahr ein Wunder!! Mein Fuß mußte in der Tat magnetische oder sonstige besondere Kräfte besitzen. Das Tau lag um mich herum wie eine

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Mein Freund Coy. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1929, Seite 106. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Mein_Freund_Coy.pdf/106&oldid=- (Version vom 1.8.2018)