Seite:OAB Sulz.djvu/038

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„kleine Heuberg“ aufzuweisen, worunter man die Städchen Rosenfeld und Binsdorf mit Umgebung begreift, namentlich aber die Ortschaften Leidringen, Rothenzimmern, Bickelsberg, und Brittheim. Dieß beweisen schon die Resultate der jährlichen Rekrutenmusterung. Ihnen nach steht der auf dem linken Neckarufer sich erhebende, unter dem Namen „Türkei“, bekannte Theil des Bezirks mit der Stadt Dornhan, den Ortschaften Marschalkenzimmern, Weiden, Hopfau, Dürrenmettstetten, Leinstetten, Gundelshausen, Fürnsaal etc. In den meisten derselben kommen Kröpfe und Cretinismus, auch Scropheln noch ziemlich häufig vor, wie auch in der Oberamtsstadt Sulz selbst, in Trichtingen und den sogenannten Mühlbachortschaften: Wittershausen, Vöhringen, Bergfelden, Sigmarswangen.

Daß der Gesundheitszustand im Allgemeinen ein guter ist, dafür dürfte auch das hohe Alter sprechen, welches nicht wenige Personen, und zwar in den verschiedensten Orten des Bezirks erreichen. So starb in den letzten Jahren eine Jungfrau von Binsdorf im Alter von 911/2 Jahren, ein Bauer von Isingen mit 90, einer von Vöhringen mit 88 Jahren etc. Geisteskrankheiten kommen nur vereinzelt vor, Selbstmord durch Erhängen und Ertränken ist mäßig häufig.

Größere Epidemieen sind im Laufe des Jahrhunderts manche verzeichnet. So herrschte der Typhus epidemisch: 1802 in Marschalkenzimmern, 1806 in Sulz, 1829/30 in Bergfelden, 1831 in Gundelshausen, 1834 in Leidringen, 1840 in Vöhringen, 1842 in Binsdorf, 1843–45 sehr bedeutend in Holzhausen, 1846 in Rosenfeld, 1847 in Trichtingen und Sigmarswangen, 1848 in Isingen, 1850 und 1854 in Vöhringen, 1859 in Sulz und Hopfau, 1861 im Frühjahr in Rosenfeld (hauptsächlich unter Kindern von 5–14 Jahren) und im Herbst in Marschalkenzimmern. Sporadische Fälle von gastrischem und typhosem Fieber kommen sehr gewöhnlich im ganzen Oberamt vor. Neuester Zeit (Frühjahr 1863) herrschte eine kleine Epidemie in Vöhringen.

Wechselfieber finden sich nur sporadisch, und dann meistens aus Fiebergegenden verschleppt.

Die Menschenblattern traten epidemisch auf: im Jahre 1829 in Boll, Aistaig, Sigmarswangen, Wittershausen und Weiden, 1837 in Dürrenmettstetten, 1848 in Mühlheim, Bergfelden und Vöhringen, 1848/49 in Rosenfeld, Bickelsberg und Isingen, 1849 in Sulz, Renfrizhausen, Holzhausen, Vöhringen, Fürnsaal, Hopfau, Dürrenmettstetten, 1850 in Boll, Sigmarswangen, Renfrizhausen, 1853 in

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 038. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/038&oldid=- (Version vom 1.8.2018)