Seite:OAB Sulz.djvu/049

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

auch Muschelkalkdolomit gewinnt man auf den Markungen Sulz, Aistaig, Bergfelden, Boll, Busenweiler, Dornhan, Dürrenmettstetten, Fürnsaal, Holzhausen, Hopfau, Leinstetten, Marschalkenzimmern und Weiden. Der Muschelkalk wird nicht allein zu Mauersteinen, sondern auch zu Kalk und besonders als Straßenmaterial benützt. Lettenkohlensandsteinbrüche, die ausgezeichnete Werksteine liefern, haben nur die Gemeinden Sulz und Holzhausen. Auf den Markungen Binsdorf, Renfrizhausen, Rosenfeld, Trichtingen und Vöhringen wird der feinkörnige Keupersandstein, der zu Werksteinen benützt wird, in sehr namhaften Brüchen abgebaut. Stubensandsteinbrüche haben Binsdorf, Bickelsberg, Rosenfeld, Rothenzimmern, Trichtingen und Wittershausen. Liaskalk zu Straßenmaterial gewinnt man auf den Markungen Bickelsberg, Binsdorf, Brittheim, Leidringen und Rosenfeld. Tuffsteinbrüche besitzen die Gemeinden Dornhan, Hopfau und Leinstetten. Gyps (Hallerde) wird bei Sulz und Aistaig in großer Ausdehnung abgebaut und vorzugsweise als Düngungsmittel benützt. Auch bei Bergfelden und Leinstetten wurde früher Gyps gewonnen. Lehm kommt beinahe im ganzen Bezirk vor und wird häufig für Ziegeleien benützt. Töpfererde gewinnt man auf den Markungen Rosenfeld und Vöhringen (siehe auch die Ortsbeschreibungen).


b) Pflanzenbau.
1. Verhältnisse des Feldbaues im Allgemeinen.

Nach dem Ergebniß der Landesvermessung beläuft sich die Grundfläche des Oberamtsbezirks auf 71.925 Morgen 95 Ruthen. Betrachtet man Äcker, Gärten, Wiesen, Weinberge und Waldungen als gebautes, das Übrige aber als ungebautes Land, so sind nur 1/10 der ganzen Fläche unkultivirt. Rechnet man dagegen die Waldungen zu der ungebauten Fläche, so nimmt das nicht angebaute Land 28.0605/8 Morgen oder etwa 4/10 des Areals ein.

Von der ganzen Bodenfläche kommen auf einen Einwohner 3,5 Morgen, auf ein Pferd 68,4 Morgen, auf 1 Stück Rindvieh 6,3 Morgen.

Das Verhältniß sämmtlicher Kulturarten unter sich, Gärten und Länder als Einheit genommen, ist folgendes:

Gärten und Länder 1.5680/0 Morgen 14,3 Ruthen = 1,00
Äcker 33.0865/8 21,3 = 21,10
Wiesen 9.1831/8 31,2 = 5,86
Weinberge 264/8 32,5 = 0,02
Waldungen 21.0081/8 30,2 = 13,40
Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 049. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/049&oldid=- (Version vom 1.8.2018)