Seite:OAB Sulz.djvu/056

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3. Das Eckerig gewährt wegen der wenigen Mastbäume keinen erheblichen Ertrag, dagegen wird die Gewinnung des Nadelholzsamens vielfältig betrieben.

4. Wildwachsende Beeren, wie Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren werden gesammelt und theils verkauft, theils verspeist, hie und da auch zu Spirituosen gebrannt.

5. Das Harzsammeln ist in neuerer Zeit in allen Staats- und in den meisten Gemeindewaldungen aufgehoben, und findet in letzteren nur noch an früher angerissenen Fichtenstämmen statt, die übrigens vor allem anderen Holz vorzugsweise zur Fällung kommen, so daß in wenigen Jahren die Harznutzung nirgends mehr zur Ausübung gebracht werden wird.

6. Die Köhlerei findet in den Staatswaldungen nur noch in soweit statt, als im Revier Sterneck jährlich etwa 300 Klafter Stockholz oder geringeres Prügelholz verkohlt und die Kohlen mit ungefähr 1000 Zuber an die K. Gewehrfabrik nach Oberndorf geliefert werden. Überdieß wird die Köhlerei von Privaten in ganz mäßiger Ausdehnung betrieben.

Der Holztransport geschieht je nach der Jahreszeit auf der Achse oder auf dem Schlitten nach den Orten oder an die Floßwasser Neckar, Glatt und Heimbach, welche vieles Holz aufnehmen und weiter führen. Für den Landtransport des Stammholzes wird häufig der Lottbaum oder Halbwagen angewendet. Die Flößerei wird schwunghaft betrieben und Einbindstätten für dieselbe bestehen innerhalb des Bezirks.

A. An dem Neckar:
1) in Aistaig, 2) in der Oberamtsstadt.

B. An dem Heimbach:
1) im Dorfe Wälde, 2) bei der Sägmühle von Wälde, 3) Unter der Mahlmühle in Sterneck, 4) bei der Fürnsaler Sägmühle, 5) auf der großen Wiese vor Leinstetten.

C. An der Glatt:
1) Neuneckerschwahl, 2) unter der Brücke in Bettenhausen, 3) Hopfauerschwahl, oberhalb Hopfau.

Die Einbindstätten an dem Heimbach werden von der Heimbach-Schifferschaft, die an der Glatt von der Glattbach-Schifferschaft unterhalten.

Das lokale Holzerzeugniß reicht nicht nur hin das Bedürfniß der Bezirksinsassen zu befriedigen, sondern erlaubt noch eine beträchtliche Ausfuhr nach Außen. Die Ausfuhr betrug im Jahr 1860

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 056. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/056&oldid=- (Version vom 1.8.2018)