Seite:OAB Sulz.djvu/101

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K. Saline; außer dieser hat dasselbe nur gewöhnliches Wasser. Es enthält 8 Badwannen, worunter ein Douchebad und wird auch von Auswärtigen besucht.

Von dem durch die Stadt fließenden Neckar wird 1/2 Stunde oberhalb derselben mittelst eines Wehrs ein Arm (der Mühlkanal) der Stadt zugeleitet, durch die er – zu beiden Seiten mit Mauren eingefaßt – 200 Schritte lang fließt, bis er oberhalb der hölzernen Brücke wieder in den Neckar mündet. Ehe der Kanal die Stadt erreicht, wird in der Nähe des sog. oberen Thors ein Arm von demselben abgeleitet, der zwischen dem Neckar und der westlichen Stadtmauer fließend an der Nordwestecke der Stadt in den Neckar geht. Überdieß führt unter der Hauptstraße von dem oberen bis zu dem unteren Thore ein gewölbter Kanal, welcher bei der steinernen Brücke in den Neckar fließt. Zwischen der hölzernen und der steinernen Brücke geht mittelst eines Wehrs ein zweiter Kanal, der sog. Salinenkanal, von dem Neckar ab, welcher an den Salinengebäuden vorbei geleitet wird, und unterhalb derselben wieder in den Neckar mündet. Der Neckar hat schon öfters in der Stadt und ihrer Nähe Verwüstungen angerichtet, wie in den Jahren 1593, 1652, 1663, 1739, 1744, 1824 und 1849.

Außer mehreren kleinen Brücken über die Kanäle sind zwei Brücken, eine hölzerne und eine steinerne, über den Neckar angelegt. Die aus Holz erbaute führt bei dem ehemaligen Brückenthor über den Fluß und verbindet die Stadt mit der Vorstadt; über dieselbe geht auch die Hauptstraße von Sulz nach Rottweil.

Die steinerne, auf drei Pfeilern ruhende Brücke führt von der unteren Vorstadt zu den Salinengebäuden; an ihrer Stelle bestand früher eine hölzerne Brücke, welche bei einer Überschwemmung, vom 29. Juli 1739, weggerissen wurde, worauf im Jahr 1740 die gegenwärtige, nach ihrer pomphaften lateinischen Inschrift ewig dauernde, an ihre Stelle trat. (Die Inschrift ist abgedruckt bei Rösler, Beitr. zur Naturgesch. 1, 67. 68.) Über diese Brücke wurde früher die Soole aus dem Schachte in die Gradirhäuser geleitet; gegenwärtig führt die neue Staatsstraße nach Horb über dieselbe.

Der ummauerte, geräumige Begräbnißplatz liegt an der ehemaligen Landstraße nur einige hundert Schritte von der unteren Vorstadt entfernt; er wurde im Jahr 1818 erweitert und nach einer über dem ehemaligen Eingang angebrachten Inschrift im Jahr 1556 gegründet. (Der frühere war in der Stadt an der Kirche.) An der Innenseite der Mauer befinden sich 27 gewölbte Nischen, die zum

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 101. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/101&oldid=- (Version vom 1.8.2018)