Seite:OAB Sulz.djvu/108

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Erwähnung könnte – wenigstens als unternehmender Gewerbsmann – auch verdienen Bartholomaeus Guldinbeck de Sulz, welcher in den Jahren 1475–1482 in Rom druckte, wäre die Deutung seines Heimathortes gerade auf unser Sulz so sicher.

Die Stadt hatte früher auch Fabriken, welche jedoch sämmtlich wieder abgegangen sind und zwar: die Indienne-Fabrik, welche 1749 ihren Anfang nahm und die im Jahr 1753 gegründete Baumwollenmanufaktur von Mebold, Hartenstein und Comp.; letztere lieferte jährlich gegen 1000 Stücke Cottons und etliche 100 Stücke Siamois. Im Ganzen beschäftigte sie gegen 300 Personen; im Jahre 1802 wurde die Fabrik nach Heidenheim verlegt, wodurch Sulz und die Umgegend einen nicht unbedeutenden Erwerbszweig verlor. Mit der Zitzfabrik hörte auch die Weiß- und Cotton-Bleiche auf. In dem Gebäude der aufgehobenen Fabrik wurde im Jahr 1803 eine Barchetweberei von Zahn errichtet, welche jedoch nach kaum zweijähriger Dauer nach Calw gezogen wurde. In dem gleichen Jahre errichteten Zahn und Mebold eine Löffelfabrik in Sulz, die übrigens nur ein Filial von einer größeren derartigen Fabrik in Hirschau war und nur kurz dauerte. Im Jahr 1812 wurde von Hartenstein u. Comp. eine Tuchmanufaktur gegründet, die aber nach wenigen Jahren mit Verlust wieder aufgegeben werden mußte. In dem Jahr 1835 wurde eine Seidefabrik von einer Actiengesellschaft errichtet, die im Jahr 1841 wieder einging.

Die sehr ausgedehnte von Südwest nach Nordost in die Länge gezogene Markung, auf der übrigens auch die Einwohner von Hopfau, Glatt, Fischingen, Holzhausen, Weiden, Aistaig, Wittershausen, Vöhringen, Sigmarswangen etc. viele Güter besitzen, grenzt nördlich an das Fürstenthum Sigmaringen, östlich an die Markungen Holzhausen und Vöhringen, südlich an die Markungen Wittershausen, Sigmarswangen, Aistaig und Weiden und westlich an die Markungen Weiden, Dornhan, Hopfau und Neunthausen. Die Markung ist mit Ausnahme der steilen Gehänge gegen das Neckarthal und einiger Seitenthälchen ziemlich eben und bildet einen Theil der zu beiden Seiten des Neckarthals hinziehenden, welligen Hochebenen.

Der Boden ist im Allgemeinen fruchtbar und besteht neben einer Beimengung von Lehm, theils aus den Verwitterungen des Hauptmuschelkalks und des Muschelkalkdolomits, theils aus dem des Lettenkohlensandsteins und des Lettenkohlenmergels. In der Thalebene hat sich ein meist schwarzer Alluvialboden abgelagert, der sich vorzüglich zu Wiesen- und Gartenbau eignet.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 108. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/108&oldid=- (Version vom 1.8.2018)