Seite:OAB Sulz.djvu/164

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tief eingeschnittenen engen Heimbachthale und ist größtentheils an die linken Gehänge desselben hingebaut. Die Poststraße von Dornhan nach Alpirsbach führt die im Jahr 1847 neugebaute, zweckmäßig angelegte Steige herab in den Ort und von diesem eine ebenfalls neu angelegte Steige hinauf auf das Aischfeld und weiter in das Kinzigthal.

Der Ort hatte früher gemeinschaftlich mit Gundelshausen einen Lehrer, welcher abwechselnd in dem einen und dem andern Ort in einem Privathause Schule hielt; seit dem Jahr 1839 besuchten die schulpflichtigen Kinder die Schule in dem eine kleine halbe Stunde entfernten Betzweiler; seit dem Jahr 1843–58 hatte der Ort eine selbstständige Schule, an der ein Schulverweser Unterricht ertheilte und erhielt dann nach Herstellung eines Schulhauses einen selbstständigen Lehrer. Ein im Jahr 1836 erbautes Haus wurde im Jahr 1858 um etwa 600 fl. erkauft und zum Schulhaus zweckmäßig eingerichtet; es enthält ein Lehrzimmer und die Wohnung des Schulmeisters.

Das Rathhaus ist an die ursprüngliche Kapelle angebaut und diente früher als Schule; die ehemalige Kapelle hat einen spitzbogigen Eingang und ein kleines Thürmchen mit einer Glocke, welche die Umschrift „Hans Jacob Miller hat mich gegossen“ trägt. Dem Rathhaus gegenüber steht ein altes Gebäude, welches die ehemalige Kaplanei gewesen seyn soll.

Mit gutem Trinkwasser, das 2 laufende Brunnen liefern, ist der Ort hinreichend versehen und überdieß fließt der muntere Heimbach zunächst am Dorf vorüber. Das Fischrecht hat der Staat, welcher es verpachtet.

Die Einwohner sind im Allgemeinen fleißige Leute, die sich in ziemlich guten Vermögensumständen befinden und deren Haupterwerbsquellen in Feldbau und Viehzucht bestehen; der vermöglichste Bürger besitzt 70 Morgen Felder und 30 Morgen Wald, der sog. Mittelmann 20–25 Morgen Felder und 2–3 Mrg. Wald und die ärmere Klasse 4–5 Morgen.

Die natürlichen und die landwirthschaftlichen Verhältnisse sind dieselben wie in Dornhan (s. die Ortsbeschreibung) mit Ausnahme, daß der Ort eine geschütztere Lage hat als der Mutterort. Der landwirthschaftliche Betrieb ist ein willkürlicher und der Ertrag der Äcker etwas geringer als in Dornhan.

Über den eigenen Bedarf werden jährlich etwa 80 Schffl. Dinkel und Haber nach Außen abgesetzt.

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 164. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/164&oldid=- (Version vom 1.8.2018)