Seite:OAB Sulz.djvu/185

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15 Pumpbrunnen, sind auf der Markung noch 6 beständig fließende Quellen, 3 auf der Hochebene und 3 im Neckarthale vorhanden. Eine periodisch fließende Quelle (sog. Hungerbrunnen) befindet sich ebenfalls im Neckarthale. Ein Privatbrunnen, außerhalb des Dorfs, darf nur benützt werden, wenn im Ort selbst Wassermangel eintritt.

Der Ort ist reinlich gehalten, freundlich und besteht gleichsam nur aus zwei Häuserreihen auf beiden Seiten der Straße; die durchgängig aus Holz erbauten, mit steinernen Unterstöcken versehenen und mit Ziegelplatten gedeckten Gebäude sind wohnliche Bauernhäuser, von denen einzelne sich durch ihr stattliches Aussehen auszeichnen.

Die mitten im Dorf gelegene Kirche wurde im Jahr 1780 in einem einfachen Style erbaut; sie ist Eigenthum der Gemeinde und die Unterhaltung derselben liegt dem Ortsheiligen ob. Das Innere der Kirche ist freundlich und hell; auf dem Altar befindet sich ein sehr gut aus Holz geschnittenes Bild des Gekreuzigten. Von den 2 Glocken, welche auf dem hölzernen Thürmchen (Dachreiter) hängen ist die eine von Ch. Ludwig Neubert in Ludwigsburg 1784 gegossen, die andere von Heinrich Kurtz in Stuttgart 1841 umgegossen worden. Auf dem Thurme erschließt sich dem Auge eine sehr schöne Rundsicht.

Die gottesdienstlichen Verrichtungen versieht der jeweilige Diacon von Sulz, welcher zugleich Pfarrer in Holzhausen ist.

Die frühere Kirche, oder vielmehr Kapelle, St. Ottmar, zu der eifrig gewallfahrtet wurde, stand auf dem außerhalb (nördlich) des Orts gelegenen Kirchhof.

Das Schulhaus, welches im obern Stockwerk die Gelasse für den Gemeinderath enthält, wurde im Jahr 1816 erneuert und erweitert. Der Schulmeister wohnte früher in der Miethe und erhielt erst im Jahr 1828 eine von dem Schulhause abgesonderte Wohnung, welche im Jahr 1852 erweitert wurde.

Ein Gemeinde-Backhaus mit Waschanstalt, wurde im J. 1859 erbaut.

Die Einwohner sind kräftige, ausdauernde, arbeitsame Leute, die sich hauptsächlich durch Feldbau und Viehzucht ihr Auskommen sichern. Ihre Vermögensumstände sind ziemlich gut und bei mäßiger Parzellirung des Grundeigenthums besitzt der wohlhabendste Bürger gegen 70 Morgen Güter; der sog. Mittelmann hat einen Grundbesitz von 24 Mrg. und die ärmere Klasse von 1–2 Morgen.

Die nicht ausgedehnte Markung ist mit Ausnahme der steilen Gehänge gegen das Neckarthal ziemlich eben und wird auf der Hochebene

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Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 185. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/185&oldid=- (Version vom 1.8.2018)