Seite:OAB Sulz.djvu/209

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Schießscharten gelangte. An den Mantel war das feste Schloß angebaut, von dem jedoch nur noch die südliche Seite theilweise erhalten ist und aus einer 30–40′ hohen Mauer mit mehreren Lichtöffnungen und dem ehemaligen 15′ über der Erdfläche angebrachten Eingang besteht. Überdieß sind noch einige Reste von den Umfassungsmauern und Vorwerken vorhanden, welche ebenfalls die ehemalige starke Befestigung der Burg hinreichend beurkunden.

Zu der Gemeinde gehört:

Der Kaltenhof, in einer sanften Einteichung auf der Hochebene, 1/2 Stunde östlich vom Mutterort an der Straße nach Dürrenzimmern angenehm gelegen. Der Ort hat eine etwa 200 Jahre alte, einfache, mit Schindeln gedeckte Kapelle zu St. Wendelin, nach welcher zweimal im Jahr ein Bittgang gehalten wird.

Leinstetten erscheint, als Linstetin im Jahre 1085 in dem Schenkungsbuch des bei diesem Ort begüterten Klosters Reichenbach.

In der deutschen Geschichte macht sich Leinstetten bemerklich durch das Treffen, welches allhier (juxta castrum Linstetten) am 17. April 1298 im Streit um das deutsche Reich zwischen der Partei K. Albrechts und der des K. Adolf statt hatte und in welchem Graf Albrecht von Hohenberg, für ersteren König hier als Anführer gegen Herzog Otto von Niederbaiern kämpfend, getödtet wurde (Schmid, Grafen von Hohenberg 103).

Der Ort war größtentheils Besitzung der Grafen von Hohenberg und deren Rechtsnachfolger; das hiesige adelige Gut rührte von diesen Oberherren zu Lehen (s. u.).

Der Ortsadel, neben welchem auch die Herren von Neuneck Höfe besaßen (Schmid, Grafen von Hohenberg 449), kommt frühe vor. Den 9. April 1085 schenkte Manegolt von Leinstetten sein Besitzthum bei Grafenau (abgegangen bei Schwarzenberg) mit dem Berge Schwarzenberg an das Kloster Reichenbach. Dieß wollte Graf Friedrich von Zollern dem Kloster ungerechter Weise entreißen, aber Hartnid, Mangolds Bruder, brachte es beim Landgericht in Ofterdingen vor dem Pfalzgrafen Gottfried von Calw um 1115 dahin, daß dem Kloster das Gut zugesprochen wurde, und später vertheidigte dasselbe mit ebenso gutem Erfolg Birthilo, Mangolds Sohn, gegen die ungerechten Ansprüche Heinrichs von Altensteig (Wirt. Urk.-Buch 2, 393). Als die Wappen aufkamen, führten die Ritter von Leinstetten drei Sterne, 2 und 1 gestellt in ihrem Schilde (Schmid, Mon. Hohenb. 488; vergl. oben Brandeck). Begütert waren sie

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Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 209. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/209&oldid=- (Version vom 1.8.2018)