Seite:OAB Sulz.djvu/247

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Stadt und Amt R. dem Grafen Schlick, welcher beides 1635 in Besitz nahm, dem Westphälischen Frieden von 1648 zufolge es aber an Württemberg zurückgeben mußte.

Im Jahre 1290 brannte der Ort nieder (Martinus Minorita, Münchner Hdschr. lat. Nr. 9503).

Von demselben nannte sich ein Adelsgeschlecht. Ulrich von R., in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, ist das älteste bekannte Glied (Schmid, Mon. Hohenb. 529). Berühmt machte sich Werner von R., Vogt von Herrenberg, dadurch, daß er am 23. Aug. 1388 dem Grafen Eberhard dem Greiner von Württemberg die Schlacht von Döffingen – mit frischer Mannschaft herbeigeeilt – gewinnen half; wegen seiner getreuen Dienste erhielt er am 11. Aug. 1389 seine Güter in R. von aller Steuer, Schatzung und Diensten gefreit; auch sonst wurde er begabt. Überhaupt hatte die Familie ansehnliche Besitze an Gütern und Einkünften in der Gegend. Werners Sohn, Pfandbesitzer der Burg Irslingen, hieß Eberhard, welcher Name sich gleich dem des Vaters in der Familie wiederholt. Dasselbe ist der Fall mit den Namen Wolf und Georg. Im Jahre 1493 kommt urkundlich vor Georg der ältere mit Werner als Bruder, Dorothea von Bühl (bei Rottenburg) als Gemahlin, Georg als Sohn und Margaretha von Hoheneck († 1536) als Schwiegertochter; er wurde Besitzer von Bühl und starb vor 1504. Der gleichnamige Sohn verschied 1518. Ein Priester gewordener Eberhard † 1525 Jan. 22 scheint den Mannsstamm dieses Geschlechts geschlossen zu haben (Crusius Annal. Suev. 3, 810). Vermuthlich des jüngeren Georgs Tochter war Ursula, welche 1518 den Markgrafen Ernst von Baden in nicht standesmäßiger Ehe heirathete und Stammmutter des jetzt blühenden badischen Hauses wurde († 1538 Febr. 26 zu Pforzheim und dort beerdigt. Siehe über ihre Heirath Spittler’s Werke 11, 133–163).


Rothenzimmern,

Gemeinde III. Klasse mit 279 Einw., bestehend aus a. Rothenzimmern, Dorf, b. Bettenberger Hof, Filial von Leidringen.

Der mittelgroße, etwas weitläufig gebaute Ort liegt 1/2 Stunde südwestlich von dem Mutterort in dem anmuthigen, wiesenreichen Schlichemthale, dessen nahmhafte Gehänge meist mit Waldungen bestockt sind. Auf beiden Seiten der Schlichem, theils in der Thalebene, theils auf den unteren Ausläufern der Thalgehänge lagern sich die

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Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Sulz. Karl Aue, Stuttgart 1863, Seite 247. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OAB_Sulz.djvu/247&oldid=- (Version vom 1.8.2018)