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Groß-Aspach,

Gemeinde II. Kl. mit 1277 Einw., wor. 11 Kath.– a. Groß-Aspach, Pfarrdorf mit Marktrecht, 1149 Einw., b. Karlshof, Hof, 20 Einw., c. Fürstenhof, Weiler, 89 Einw., d. Ölmühle, Haus, 5 Einw., e. Stegmühle, Haus, 14 Einw. – Ev. Pfarrei; die Kath. sind nach Oppenweiler eingepfarrt. 3/8 Stunden nordwestlich von der Oberamtsstadt gelegen.

Zwischen leichtgewellten Ackerflächen liegt, von schönen Obstbäumen umkränzt, auf beiden Seiten des unbedeutenden nach Süden ziehenden Klöpferbachthales der große sehr hübsche Ort mit seinen breiten Straßen und seinen schmucken und stattlichen Bauernhäusern. Auf der Höhe Berghau genießt man eine schöne Fernsicht über die fast ringsum sich erhebenden vielverzweigten Waldgebirge.

Die links am Südeingang in das Dorf noch auf der Höhe, gerade am Thalrand gelegene Kirche besteht aus dem 1780 (diese Jahreszahl liest man über dem Westeingang) neu angelegten, von großen Rundbogenfenstern erhellten Schiffe; östlich stößt daran ein sehr alter Thurm, dreistockig und mit vierseitigem Zeltdach bedeckt, der im ersten Geschosse gegen Osten noch ein romanisches Rundbogenfenster, gegen Süden ein sehr schön gefülltes gothisches Spitzbogenfenster zeigt. Im flachgedeckten Innern, das Chorgewölbe im Thurm ist herausgebrochen, befindet sich ein altes Krucifix. Von den drei Glocken ist die größte verziert und vom Jahre 1787, die beiden andern haben die Umschrift: Jakob Rechlen gos mich in Stuttgardt. Anno 1737.

Die Unterhaltung der Kirche, sowie des Pfarrhauses, ruht auf der Stiftungspflege. Der Friedhof wurde 1836 an der Kirche angelegt.

Das sehr schöne große, äußerst angenehm nördlich von der Kirche gelegene Pfarrhaus ward 1612 erbaut, 1698 erneuert, letztere Jahreszahl steht nebst dem Wappen und einigen Namenszügen der Familie Sturmfeder über dem Eingang. Zwischen ihm und der Kirche dehnt sich der schattige, sehr hübsch angelegte Pfarrgarten hin.

Weiter gegen Norden steht in der Nähe eine alte herrliche Linde, und auf der andern Seite der Straße das stattliche, 1804 erbaute Schulhaus, welches drei Lehrzimmer und die Wohnung des ersten Schulmeisters und des Lehrgehilfen enthält; der zweite Schulmeister wohnt in einem Privathaus. Das zweistockige Rathhaus, ein einfacher tüchtiger Holzbau, ward 1814 erneuert und trägt diese Jahreszahl über dem Eingang.

Gutes Trinkwasser liefern reichlich in Aspach selbst ein in hölzernen Deucheln hergeleiteter laufender, 30 Pump- und 4 Schöpfbrunnen, auf dem Fürstenhof 7 Pumpbrunnen; von ihnen zeichnen sich durch besonders gutes Wasser aus: der Scheuren-, der Spengel- und Gücklesbronnen. Auch die Markung des Mutterortes ist reich an guten Quellen, die bedeutendste davon ist der Stockbrunnen auf

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 189. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/189&oldid=- (Version vom 1.8.2018)