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Kirchheim und Heilbronn, der Abstoß der Schafe auf die Märkte zu Heidenheim, Göppingen, Aalen, Heilbronn und hier.

Die Schweinezucht ist nicht unbedeutend, ein großer Theil der Ferkel wird aber von Hall bezogen, oder aus Hessen, Bayern und Böhmen eingeführt. Man züchtet die hällische, halbenglische, und eine Bastard-Race von Hessen- und Landschweinen. Der Absatz von Ferkeln nach außen ist nicht stark, dagegen ist der von gemästeten Schweinen beträchtlich.

Die Fischzucht bedeutet nicht viel; künstlich wird sie nur in einigen Seen und Weihern, besonders im hiesigen Feuersee, betrieben. In der Murr und ihren Seitenbächen hat der Staat das Fischrecht, in den Seen und Weihern die Ortsgemeinden. Die Fischerei im hiesigen Feuersee ist jährlich um 11 fl. verpachtet, in der Murr und den Seitenbächen zu 5 fl. 30 kr. In der Murr und den Bächen kommen nur Forellen und Schuppfische vor, im hiesigen Feuersee zieht man Karpfen, Schleihen und Hechte; in den Waldbächen gibt es Edel- und Steinkrebse.

Die Gesamtmarkung ist überaus reich an Steinbrüchen, namentlich in dem weißen grobkörnigen Keupersandstein, welche gute Bau- und Werksteine wie auch Straßenmaterial liefern; auf städtischer Markung werden überdieß Kalkmergel in den oberen rothen Keuperletten abgebaut, aus denen ein sehr haltbarer schwarzer Kalk bereitet wird. Am Rießberg 1/4 Stunde südöstlich von Murrhardt werden Mühlsteine (harter, grobkörniger Keuper) und bei Steinberg und Hördthof Schleifsteine gewonnen. Ein Gipsbruch ist im Gaisbühl 1/2 Stunde westlich von der Stadt angelegt, auch Lehm- und Mergelgruben sind vorhanden.

Im Jahr 1790 ließ eine Gesellschaft im städtischen Waldtheil „Fehl“ ein Salzwerk eröffnen und bergmännisch abbauen; dasselbe wurde 15 Jahre mit einem Aufwande von 40.000 fl. fortgesetzt, allein das Unternehmen mißlang und löste sich in ein Vitriol- und Alaunwerk auf, dieses konnte die Unkosten nicht abwerfen und wurde deshalb wieder aufgegeben. Ebenso brachte eine vor 26 Jahren unternommene Nachgrabung auf Steinkohlen im städtischen Wald „Siebenknie“ nur Vitriolschiefer und Schwefelkies zu Tage. Am Hallberg nordöstlich von Siegelsberg befindet sich ein tiefer Schacht, der auch hier auf einen ehemaligen Bergbau schließen läßt.

Sehr reichhaltige Eisensteine werden los herumliegend auf den nahe bei der Stadt gelegenen Forstäckern, wie auch in der Hardt und und am Siebenknie gefunden.

Die einzelnen Stiftungen für Armenzwecke sind von geringerem Betrag und stammen von einer Anzahl Gemeindeangehöriger aus alter Zeit; sie betragen etwa 1700 fl. Das Gesamt-Stiftungsvermögen besteht aus dem Fonds des früheren „armen Kastens“ und

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 236. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/236&oldid=- (Version vom 1.8.2018)