Seite:OABacknang.djvu/258

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2. Im Oberamt Gaildorf: Zu Eichenkirnberg: die Hälfte an 11/12 des großen Fruchtzehentens (Lgb. v. 1698/1710). Eutendorf: 4 Feldlehen mit hoher malefizischer und aller anderer Obrigkeit. Altdorf (? Groß-, Klein-)Zinsen. Hausen an der Roth: nach dem Chron. Murrh. schenkte schon K. Heinrich IV. † 1106 ein Gut ans Kloster; den 21. Juli 1607 vertauschte dieses, vorbehaltlich des Neubruchzehentens, seine 2/3 am großen Fruchtzehenten an Limpurg. Erlenhof: einige Güter. Hankertsmühle und Scherbenmühle: großer und kleiner Fruchtzehente diesseits der Roth (Lgb. v. 1698/1710). Laufen am Kocher: schon alter Besitz wenn auch die Schenkung eines praedium in Lafen (prope fluvium Kocher sagt das Chron. Murrh.) durch K. Ludwig im Jahr 817 (s. oben) nicht nachweisbar ist; 1410 verkaufte Chr. Kochenzer, Bürger zu Hall, an Limpurg das Eigenthum an 1 Hof und 4 Gütern dahier, die Mühle zu Werben (d. h. die Eisenschmiede), 1 Hof zu Krasberg, 3 Güter zu Haslach, die Hälfte der Zehenten hier, zu Schönbrunn, Weiler, Wengen, sowie (Gem. Sulzbach am Kocher) Aichenrain, Egelsbach, Haslach, Mühlenberg und Uhlbach, alles das, wie er es vom Kloster Murrhardt zu Leibgeding hatte, worauf 1414 das Kloster seine Rechte an diesen Gütern nebst dem Kirchensatze und der Lehenschaft der Kirche zu Laufen um 330 fl. an Limpurg abtrat. Ober-Roth: das Kloster hatte schon in alten Zeiten Kirchensatz und Kastvogtei, Patronat und Advokatie der Pfarrei, welche Rechte erst später an Limpurg übergingen; 8. März 1563 verzichten Limpurg zu Gunsten des Klosters und der Pfarrei Ober-Roth auf alle Nenbruchzehenten in der Pfarrei und deren Flecken; unter Vorbehalt dieser Zehenten vertauschte das Kloster 21. Juli 1607 an Limpurg 2/3 des Fruchtzehentens, den ganzen Weinzehenten und gewisse Heuzehenten dahier, ferner Zehenten, insbesondere den großen und kleinen, in den Parzellen Ebersberg, Kornberg, Konhalden und Obermühle, sowie 2/3 am Neubruchzehenten und einen Hof, das Conventsgut genannt, zu Glashofen. Zu Frankenberg hatte das Kloster den großen, kleinen und lebendigen Zehenten (unter Betheiligung der Pfarrei Westheim) und 7 Güter, die theils in die Pflege Westheim, theils ins Amt Murrhardt gehörten. Hohenhardtsweiler: 3 Lehengüter. Ernstenhöfle, Jaghaus und Seehölzle entstanden auf des Klosters Boden. Marhördt: großer Fruchtzehente und Hellerzinsen. Zu Wolfenbrück schenkte nach dem Chron. Murrh. Simon von Roth schon im 12. Jahrhundert 5 Pfd. Hellerzinsen an das Kloster, das in der Folge die beiden vorderen Höfe mit aller Obrigkeit, dem großen und kleinen Zehenten, sowie Hellerzinsen besaß. Ödendorf: Widmanns Angabe, um 1378 habe das Kloster durch den letzten Grafen des Kochergaus die Pfarrei dahier nebst den Zehenten erhalten, ist geschichtlich nicht nachweisbar, dagegen bewilligte 1397 Abt Heinrich, daß die Güter, welche Arnold von Ödendorf vom Kloster zu Lehen trage, nach seinem Tode an seine Wittwe und Kinder fallen; 1432 verkaufte das Kloster seinen Antheil an der Burg Ödendorf an Heinrich von Vohenstein, welcher auch 1442 3 hiesige Murrhardt lehnbare Güter mit Vogtei erwarb, erscheint aber 1439 wieder im Besitz von 1/3 und später von 2/3 dieser Burg. Das niedere Gericht, in welches auch Niederndorf gehörte und das 1442 aus 12 Richtern bestand, besetzte Murrhardt zu 2/3, Limpurg zu 1/3; nach dem Lgb. von 1575/82 besaß das Kloster zu Ödendorf den Kirchensatz und die Kastvogtei, Patronat und Advokatie der Pfarrei, hier sowie zu Niederndorf und Spöck im Allgemeinen den großen und kleinen Frucht- und Weinzehenten, erbliche Höfe und Lehengüter, Zinsen und Gülten; 24. Februar 1592 wurde die hohe Obrigkeit zwischen Württemberg wegen des Klosters und Limpurg an den 2 erstgenannten Orten so geordnet, daß die Ausübung Fall um Fall wechselte. Zu Hägenau und Hohenklinge trat das Kloster 8. März 1563 seine Zehentantheile an Limpurg ab, besaß aber an ersterem Orte noch 1804 ein Gut. Vichberg: das Kloster besaß seit unbekannter Zeit Kirchensatz und

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 258. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/258&oldid=- (Version vom 1.8.2018)