Seite:OABacknang.djvu/266

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Sehr gutes Wasser liefern stets hinlänglich: für Oberbrüden 4 laufende Brunnen, deren Wasser durch hölzerne Deuchel geleitet wird, 5 Pump- und ein Schöpfbrunnen; in Mittelbrüden 8 Pump- und 5 Schöpfbrunnen; auf dem Heslachhofe 3 Pumpbrunnen; auf Rottmannsberg 3 Schöpfbrunnen, dem Trailhof 4 Pumpbrunnen und ein laufender; in Tiefenthal ein Pumpbrunnen, auf dem Utzenhof ein laufender und auf der Schmollenmühle ein Pumpbrunnen. Auch die Markung ist ziemlich reich an guten Quellen, die bedeutendste der kalte Bronnen, der im Staatswald Mangoldshölzle entspringt, dann der Heslachbach, ferner drei Nebenquellen des kalten Bronnens, der Altenhau-, Krebs- und Widdumbach, dieser und der Heslachbach fließen im Orte zusammen und bilden von da an den Brüdenbach; von Westen her kommt noch der in heißen Jahrgängen versiegende Warzenbach und bei Mittelbrüden der Ziegelgraben. Hungerbrunnen kommen einige vor, dann sind 3 kleine Weiher auf der Markung, die abgelassen werden können, einer im Pfarrgarten, einer auf dem Trailhof und einer bei Rottmannsberg. Früher lag ein See am Widdumbache.

Vicinalstraßen gehen nach Murrhardt, Sechselberg, Steinbach und Unterbrüden. Auf der Markung des Mutterortes bestehen 6 steinerne Brücken und eine hölzerne, ferner ein steinerner und zwei hölzerne Stege; dann beim Heslachhof eine steinerne Brücke, sie gehen sämtlich über den Kaltenbronnen oder den Heslachbach. In Mittelbrüden führen 2 hölzerne Stege über den Brüdenbach. Die Unterhaltung hat die Gemeinde.

Die im allgemeinen fleißigen und sparsamen Einwohner sind ziemlich kräftige Leute, von denen gegenwärtig 4 über 80 Jahre zählen; der frühere häufigere Kretinismns beschränkt sich jetzt nur noch auf 6 Personen, die in einem Alter von 40–60 Jahren stehen.

Haupterwerbsquellen sind Feldbau, Viehzucht, Obst- und Weinbau; die nöthigsten Handwerker sind vorhanden, von denen Schreiner und Weber theilweise auch nach außen arbeiten. In Mittelbrüden besteht eine kleine Ziegelei, zwischen Ober- und Mittelbrüden die Schmollenmühle mit 2 Mahlgängen und einem Gerbgang. Dann sind im Mutterort 2 Schildwirthschaften und 2 Kramläden.

Die Vermögensverhältnisse gehören zu den mittleren: die reichsten Bürger (sie wohnen auf den Parzellen) besitzen 30–50 Morgen Feld und 20–30 Morgen Wald, der Mittelmann 10–20 Morgen Feld, die ärmeren 1–10 Morgen Feld, einige haben auch gar keinen Grundbesitz. Gemeindeunterstützung erhalten in Oberbrüden 18, in der Gesamtgemeinde im Ganzen 23 Personen.

Die mittelgroße Gemeindemarkung, von der indessen ein namhafter Theil aus Wald besteht, ist mit Ausnahme des westlichen Theils und einiger, wenig ausgedehnter Hochplatten sehr bergig und

Empfohlene Zitierweise:
Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Backnang. H. Lindemann, Stuttgart, Stuttgart 1871, Seite 266. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:OABacknang.djvu/266&oldid=- (Version vom 1.8.2018)