Seite:Palaeontographica 01.djvu/201

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auf dem grossen Flossenfusse zur linken Seite des Kopfschildes), deutlich erhalten, und die Begrenzung aller Theile ist durchaus scharf und bestimmt.

Das ganze Thier besteht aus einem die Augen tragenden Kopfschilde, den Segmenten des Rumpfes, einem zugespitzten Endgliede und den Gliedmassen zur Seite des Körpers. Diese verschiedenen Theile sollen hier einzeln betrachtet werden.

1) Das Kopfschild ist fast halbkreisförmig, vorn gerundet, hinten gerade abgestutzt, ganz flach gewölbt, mit 2 nierenförmigen nicht facettirten Augen, welche in der Vorderhälfte des Kopfschildes liegen und von der mittleren Längsachse ungefähr gleichweit, als von den Seitenrändern abstehen. Gesichtsnähte oder andere Nähte des Kopfschildes sind nicht vorhanden, eben so wenig zeigt das Kopfschild irgend eine Spur von Dreilappigkeit, wie sie bei den Trilobiten vorhanden ist.

2) Die Segmente des Rumpfes. Die Zahl derselben, welche sich an den bisher bekannten Exemplaren von Eurypterus nicht bestimmen liess, dagegen an dem hier zu beschreibenden Exemplare völlig deutlich zu zählen ist, beträgt 12. Sie sind im Ganzen sehr einfach gebildet und ganz flach. Aus ihrer Bildung geht unter Anderem auch hervor, dass der Körper nicht das Vermögen hatte, sich aufzurollen. Das erste Segment hat die Breite des hinteren Bandes des Kopfschildes. Das zweite, dritte und vierte sind breiter und stellen überall die grösste Breite des Thieres dar. Von da an nehmen die folgenden an Breite ab und mit dem achten wird diese Breitenabnahme ziemlich plötzlich. Zugleich nimmt die Länge der Segmente zu, so dass das letzte (zwölfte) sogar länger als breit ist.

Die hinteren Ecken der einzelnen Segmente, besonders der hinteren, sind in einen kurzen Zahn verlängert.

Auf den letzten Segmenten sind noch zwei Längsreihen eingedrückter feiner Punkte bemerkbar, welche einen schmalen centralen Theil von den beiden Seiten des Segmentes abtrennen. Auf den folgenden Gliedern (nach dem Kopfschilde zu) vermehren sich diese Punctreihen bis auf 4, ihre Deutlichkeit nimmt aber ab.

3) Das zugespitzte Endglied des Körpers ist an dem gegenwärtigen Exemplare nicht ganz vollständig, aber doch so weit erhalten, dass man das Fehlende mit ziemlicher Sicherheit ergänzen kann. Es ist ein lang zugespitztes dreieckiges Stück, welches am Grunde etwa 4/5 der Breite des letzten Rumpfsegmentes hat und dessen Länge diese Breite etwa um das Dreifache übertroffen haben kann. Conrad[1] erwähnt, dass der Eurypterus remipes einen lang dornförmigen Schwanz wie Limulus habe, jedoch kürzer und fein gezähnt.

4) Die Gliedmassen. Von diesen sind an dem zu beschreibenden Exemplare nur


  1. When perfect the Eurypterus remipes has a long spiniform tail like Limulus, but more obtuse at the extremity and finely serrated. Conrad, Annual report of the New York Survey. 1841. pag. 38.
Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm Dunker, Hermann von Meyer (Hrsg.): Palaeontographica. 1. Band. Theodor Fischer, Kassel 1851, Seite 191. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Palaeontographica_01.djvu/201&oldid=- (Version vom 1.8.2018)