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Albertus Magnus.

Albertus Magnus war zu Lanningen 1193 geboren und ging nach Köln in das Kloster des Predigerordens. Er war aber ein dummer Tölpel. Endlich auf sein inbrünstig Gebet um Erleuchtung erschien eines Tages die Mutter Gottes und fragte ihn, ob er ein Licht in der Gottesgelahrtheit oder in der Weltweisheit werden wolle.

Albertus erkor die Weltweisheit, welche ihm auch die Mutter Maria zugestand; aber zur Strafe, weil er nicht die Gottesgelahrtheit gewählt hatte, bestimmte sie, daß er drei Jahre vor seinem Tode wieder ganz dumm werden solle.

Nun verstand sich Albertus auf Medizin, Mathematik und Architektur, daher er auch viele Maschinen erfand und wie einige vermeinen, sogar das Schießgewehr.

Im Winter des Jahres 1248 kam der zwanzigjährige römische Kaiser, Wilhelm II. von Holland, mit einem stattlichen Geleite nach Köln. Es war eine schreckliche Kälte, und der Rheinstrom war gefroren bis auf den Grund.

Kaum hatten sich der Kaiser und seine Begleiter von dem weiten Ritte etwas erholt, da begehrten sie auch schon den weltberühmten Magnum zu sehen, und luden ihn ein, den Abend mit ihnen zu verbringen. Beim

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Pröhle: Rheinlands schönste Sagen und Geschichten. Tonger & Greven, Berlin 1886, Seite 211. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Proehle_Rheinlands_Sagen_und_Geschichten.djvu/223&oldid=- (Version vom 1.8.2018)