Seite:Raisonnirendes Theaterjurnal von der Leipziger Michaelmesse 1783.djvu/41

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

oder welches Geschäfte sonst, schuld daran ist, daß Elvira bey später Nacht allein im Zimmer herumwandelt, kann ich nicht enträthseln, genung sie ist gegenwärtig, als Clodio hereinschleicht; fragt ängstlich, wer da sey; und will wissen, was der Ankommende bey ihr im Finstern zu suchen habe? Clodio, ein declarirter Freund von Abendtheuern, zeigt große Lust, hier ein verliebtes zu wagen, und auszuführen – als er aber merkt, daß die Donna mit ihm nicht gleich gestimmt ist, erzählt er sein Schiksal, einen Unbekannten auf der Strasse erstochen zu haben, und bittet flehentlich um Schuz für den Nachforschungen der Gerechtigkeit. Die sehr menschenfreundliche Elvira verspricht ihm welchen, und verstekt ihn in ihr Schlafcabinet; bald hernach bringen verschiedne Bediente mit Fakeln den Duarte, als Leiche, getragen; Elvira erkennt ihn für ihren Bruder, beobachtet aber die Geseze der Gastfreyheit so heilig, daß sie weder alsbald, noch unmittelbar drauf, da die Wache