Seite:Ramdohr-Venus Urania-Band 3.2.djvu/118

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von geringerem Stande, als er war, – und sie wird ohne weitere Umstände schwanger von ihm. [1] Ogier tröstet sie, indem er ihr die Ehe verspricht, wenn er sich vorher durch tapfere Thaten würde ausgezeichnet haben. [2] Aber er hält nicht Wort. Nach seiner Wiederkunft meldet ihm seine Geliebte, daß sie einen Sohn geboren habe, und bittet ihn, zu ihr zu kommen. Aber Ogier begnügt sich, ihr mehrere Gewänder von Wolle und Seide zu senden, und den Sohn zu sich zu nehmen. Der Mutter wird nicht weiter gedacht.

Bey dem Zweykampfe zwischen Ogier und dem saracenischen Helden Caraheu läßt ihn der erste mit den Worten herausfordern: que je lui devancerai pour aller en France, et que sa Dame conquesterai au tranchant de l’epée, (daß er ihm


und vermuthe, das er unter Ludwig dem Siebenten oder Philipp dem Zweyten, (1068–1181.) verfertigt ist. Es hat aber offenbar ein älteres Gedicht dabey zum Grunde gelegen, dessen auch am Ende erwähnt wird.


  1. Der Auszug, der in der Bibliothek der Romane steht, weicht ganz von der Edition ab, die ich vor mir habe. In dieser steht ganz kurz: Cependant qu’il êtoit prisonnier, avoit fortifié leurs loyales amours, et par tant de fois, que la Dame se trouva grosse d’enfant. Jener Auszug schiebt hier Umstände ein, um den Fall des Mädchens zu beschönigen.
  2. Ha! Dame, disoit Ogier, laissez ces paroles; car Vous pouvez cognôitre la layouté, qui est en moi, et tant que Dieu me donnera vie, je ne Vous oubliérai. Mais pour l’amour de Vous ferais de beaux faits d’armes, quelque part que je sois, et moi retourné, s’il plaist à Vôtre pere, je Vous épouserai, et prendrai à femme.