Seite:Ramdohr-Venus Urania-Band 3.2.djvu/79

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Daß unter den Dichtern der damahligen Zeit, die in ihrer Landessprache Verse machten, mehrere mit der Litteratur der Alten vertraut gewesen sind, beweist schon das Beyspiel Abälards, der zu Ausgang des eilften, und im Anfange des zwölften Jahrhunderts lebte. Es ist bekannt genug, daß seine Gedichte in Jedermanns Munde waren, und die Schriften, die bis zu uns gekommen sind, zeugen für seine Kenntniß der alten Litteratur. Unter den Troubadours sind mehrere Geistliche gewesen, die folglich die Klostererziehung, und den Unterricht in der lateinischen Sprache genossen haben müssen. Pierre de Corbian rühmt sich, die Mythologie aus dem Ovid zu kennen, und Anspielungen auf diese Mythologie, so wie auf die alte Geschichte, sind häufig bey allen Troubadours anzutreffen. Ja! ganze Stellen aus dem Ovid sind


haben, darüber siehe Herrn Hofrath Eschenburgs Gesch. der englischen Poesie in den Beyträgen zum Sulzer, im ersten Bande, 2ten Stücke. Vergl. Sprengels Geschichte von Großbrittanien: Allgemeine Weltgeschichte 47ster Theil. S. 230. u. ff. Bayle Dict. hist. critique, Artikel Averroes. Schon 1209 wurden auf einem Concilio zu Paris einige Bücher des Aristoteles zum Feuer verdammt, die aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt waren. Ich hatte bereits diese Note ausgearbeitet als ich des Herrn Professors Heeren Geschichte des Studiums der klassischen Litteratur. Göttingen 1797 zu Gesicht bekam. Ich finde darin nicht allein meine Vermuthung, daß die klassische Litteratur nie ausgestorben sey, bestätigt, sondern ich werde sogar durch die von ihm angegebenen Data auf die Vermuthung geführt, daß der ganze Geist der späteren Sophisten und Grammatiker sich fortdauernd in den Schulen des Abendlandes erhalten, und von Konstantinopel aus immer neue Verstärkung bekommen habe.