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Sind die Tage nicht verronnen,
Sind die Rosen nicht verblüht,
Seit aus deiner Augen Sonnen
Mir der letzte Strahl geglüht?

Seit dein Wort zum letzten Male
Vom geliebten Mund getönt,
Nicht mehr an die erz’ne Schale
Hat der Stunden Schlag gedröhnt.

In ein ew’ges Jetzt erstarret
Ist der flüchtige Moment,
Und der dumpfe Schmerz verharret,
Und die Sehnsucht wühlt und brennt.

Mich vom Erdentod zu retten
Hast du mich der Zeit entrückt,
Und der Sinne Sklavenketten
Liegen machtlos und zerstückt.

Ob der Weltenlauf verronnen,
Ob der Sternenglanz versprüht,
Raumlos über allen Sonnen,
Zeitlos meine Liebe glüht.


Und hierunter stand von derselben Hand:

„Wie diese Blätter, so werde auch ich den Weg zu Dir finden, trotz alledem! Dein für immer.“

Beutesonne 19. Der Schlüssel klirrte, wir flohen in das Armband. Aber, o Schrecken! Die Schachtel wird geöffnet — wir verbergen uns in der äußersten Windung — das Armband wird emporgehoben, Lydia hat es angelegt! Wir halten uns fest zusammen.

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Kurd Laßwitz: Seifenblasen. Leopold Voß, Hamburg und Leipzig 1890, Seite 111. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Seifenblasen-Kurd_La%C3%9Fwitz-1890.djvu/111&oldid=- (Version vom 20.8.2021)