Seite:Sponsel Grünes Gewölbe Band 3.pdf/48

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Herren getragen wurden, gehörten auch zuweilen noch Gesellschaftsringe. Zu der Jägergesellschaft aber noch eine ganze Ausrüstung mit Weidmesser, Hirschfänger, Schwedler, Jägerhorn, Pulverflasche, Gürtel „und alles so zugehörig mit Silber beschlagen“.

Viele von jenen Kleinoden und Ketten wurden später mit all ihren Juwelen den Empfängern ins Grab gegeben und sind nie wieder, oder vereinzelt erst nach Jahrhunderten, zutage gekommen. So wurden dem Herzog Albrecht von Schleswig-Holstein, der in Dresden 1613 verstarb, seine Ketten und Gesellschaften mit „in sein Ruhebettlein gegeben“, als er in der Kreuzkirche hier beigesetzt wurde, darunter des Kurfürsten Christian II. drei Gesellschaftsstücke, das seines Bruders Johann Georg I., des Herzogs Johann Casimir, des Kurfürsten von Köln Gesellschaft und eine mit Juwelen besetzte Armada. Dazu zwei Herzringe, der eine davon Christians II. „Gesellschaftsring“, der andere von dessen Mutter Sophie. Beim Neubau der Kreuzkirche von 1764 wurden in seinem Sarg auch noch 12 solche Gnadenzeichen samt den Ketten vorgefunden und bei der Überführung in ein neues Gewölbe wohl wieder in den Sarg gelegt. Ebenso wurde bei der Erneuerung der Sophienkirche 1910 in den Grüften eine große Anzahl beigegebener Ketten, Anhänger, Armbänder und Ringe vorgefunden, diese aber dem Stadtmuseum in Dresden überwiesen, wo sie in einem Schrank ausgestellt sind. Diesem Umstand verdanken wir es, daß wir solche Ketten und Gesellschaftsstücke, von denen einzelne auch auf den gemalten Bildnissen zu erkennen sind, noch heute in ihrer Arbeit würdigen können. Das Grüne Gewölbe besitzt sie nicht vollzählig und darum ist dazu hier auf Tafel 6 eine Auswahl von Abbildungen der wichtigsten Stücke des Stadtmuseums aus den Grüften der Sophienkirche hinzugefügt.

Bei allen jenen Gesellschaftsstücken des Sächsischen Kurhauses haben wir volle Sicherheit darüber, daß sie tatsächlich in Dresden auch ausgeführt wurden, das läßt sich für die drei später entstandenen durch die erhaltenen Rechnungen belegen und ist für die früheren daraus zu schließen. In dem Auszug der Rentkammer von 1586 bis zum 8. August 1590 über die für Geschmeide verausgabten Gelder des Kurfürsten Christian I. ist jedoch noch keines dieser Gesellschaftsstücke erwähnt. Das erklärt sich leicht dadurch, daß diese Erwerbungen erst an späteren Zahltagen beglichen wurden und die Stiftung der Gesellschaft erst 1589 nach Fertigstellung seines Kleinods erfolgte, Kurfürst Christian aber schon am 25. September 1591 starb. Sogar erst nach dessen Tod