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Reinhold Steig: Zur Entstehungsgeschichte der Märchen und Sagen der Brüder Grimm. In: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Litteraturen

Als die Frau weiter drängt, erklärt der Mann zuerst:

„ik mag nu nich all wedder kam,
den Butt mag et vordreeten.“

„ick mag nu nich all wedder kamen,
den Butt mügt et verdreeten.“

Indes es nützt ihm alles nichts. Zuletzt wünschen und erhalten sie ein großes Schloß (B: groten Pallas, Gr: groten Pallast):

Mit das gingen se tosamen hein;
dar weeren so veel Bedenten, un
de Wende weeren alle blank, un
goldne Stöhl un Dischen weeren in
de Stuve –

Mit des gingen se tosamen herin,
daar weeren so veel Bedeenters, un
de Wände weeren all blank, un
goldne Stööl un Dische weeren in
de Stuw –

Die Frau ist aber noch nicht zufrieden:

„Na, dann will ik König syn –
seyd de Fru – ge hen tun Butt,
ik will König syn.“ –

„Ach Fru – sed de Mann – etc.

na denn will ick König sin –

(das Übrige fehlt)


„Ach! Fru etc.

Der Mann widerrät auch seiner Frau des weiteren:

watt wist du Pobst waren; Pobst
is man eenmal in de Kristenheet

wat wist du Pabst warden, Pabst
is man eenmal in de Christenheit.“

aber vergebens, und zuletzt sind der Fischer und seine Frau wieder in ihrem Pispott angelangt:

Dar sitten se noch hüt up dissen
Dag.

Daar sitten se noch hüt un dissen
Dag.

Aus diesen Zusammenordnungen ersehen wir, daß jede Partei, Büsching wie Grimms, in allem Formalen ungefähr sich gleich geblieben ist, beide aber gleich weit, wie beim Machandelboom, voneinander abstehen. Zwar schreibt Büsching wieder die Hauptwörter mit großen Anfangsbuchstaben, beläßt jedoch in ein paar Fällen, z. B. oben „honne“ und „hof“, die kleinen Anfangsbuchstaben, so daß man schließen muß, daß der principlose Wechsel der Anfangsbuchstaben der Substantiva, den Arnims Druck des Machandelbooms aufweist, bereits in Runges beiden Urschriften vorhanden war. Arnims Druck des Machandelbooms und Büschings Druck des Fischers halten gleichmäßig den Diphthong oi fest, wo bei Grimms ein ö begegnet, z. B. schoin und schön. Aber was zwischen den drei Druckstellen des Machandelbooms nicht der Fall war, tritt bei den beiden Druckstellen des Fischers hervor: es schleichen sich einzelne stilistische, darstellerische Differenzen

Empfohlene Zitierweise:
Reinhold Steig: Zur Entstehungsgeschichte der Märchen und Sagen der Brüder Grimm. In: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Litteraturen. Georg Westermann, Braunschweig 1907, Seite 288. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Steig_Entstehungsgeschichte_Maerchen_Sagen_Grimm.djvu/12&oldid=- (Version vom 1.8.2018)