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 Diakonissen können so gut wie andere Menschen auf einem Fleck stehenbleiben und der Reinigung ihrer vorigen Sünden vergessen. Davor bewahre uns Gott in Gnaden! Das Sakrament ist ja die größte Heiligungsquelle.


 Ich habe mich lange in meinem Christenleben bei einzelnen Sünden und Verfehlungen aufgehalten, und es ist doch vielleicht das die Hauptsache, daß die Seele das Wesen der Sünde recht erkennt.


 Oft dünkt es uns, wir möchten ja nur eine Änderung unserer Lage, weil die, in der wir uns befinden, unsern Seelen gar nicht förderlich ist. Aber das ist gewiß ein falscher Gedanke; denn was ist unsern Seelen am förderlichsten? Worin besteht der Grund und das Ende aller unserer Heiligung? – In nichts anderem als in der rückhaltlosen Hingabe unseres Willens an Gottes Willen.


 Im Heiligungsleben läßt sich nichts überspringen. Wenn man mehr scheinen will, als man ist, so nimmt man großen Schaden. Man darf von keinem Menschen eine Stufe verlangen, die er noch nicht hat; man muß da zart sein. Der heilige Geist ist wunderbar mit seinem Walten.


 Wir wollen doch alle ganzen Ernst machen mit der Nachfolge Jesu. Unsere Seelen wollen wir in Händen tragen und sorgen, daß sie errettet werden. Dadurch werden wir am besten befähigt, für das Seelenheil unserer Umgebung zu sorgen.


 Es wolle sich jede von euch die Gnade erbitten, daß ihr wenigstens einer Seele, vielleicht auch vielen, dürftet Wegweiser zum ewigen Leben werden. Wer von uns Frieden gefunden hat, der muß ein heißes Verlangen haben, auch andern noch friedlosen Seelen zum Frieden zu helfen.


Empfohlene Zitierweise:
Therese Stählin: So wir im Lichte wandeln. Verlag der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1959, Seite 21. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Therese_St%C3%A4hlin_-_So_wir_im_Lichte_wandeln.pdf/23&oldid=- (Version vom 22.8.2016)