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Gemeinschaft


 Das Zusammenleben, wenn es in Frieden vollführt werden soll, fordert einen großen Verzicht der Einzelnen. Diesen Verzicht kann die Natur nicht leisten, dazu muß man ein Kind der Gnade sein.


 Gemeinsames Leben hat immer seine Schwierigkeiten. Das wissen wir reichlich. Die Arznei dagegen ist: untertan sein, das eigene Interesse zurücktreten lassen. Man muß den Blick und die Freiheit für andere bewahren. Es ist so wichtig, daß wir lernen, auch andere hervortreten zu lassen.


 Wir sollen uns doch ja nicht untereinander überheben. Darüber laßt uns recht wachen, wer den letzten Platz gern einnimmt, ist voller Glück und Frieden. Die rechte Vornehmheit geht mit dem geringsten Dienst zusammen. Wenn ihr das doch in der Stille mit Gott ausmachtet, daß ihr niemals nach einem höheren Platz trachten wollt, so wäre das sehr gut.


 Um eines andern Last tragen zu können, muß man nicht viel aus der eigenen Last machen und muß eine freie, feinfühlende Seele haben.


 Wie bringen wir es dahin, daß wir gute Gedanken im Herzen pflegen? Unsere Unterhaltungen drehen sich meistens um Personen, und dahinter versteckt sich der Teufel. Warum immer die Leute sezieren? Besprecht mehr objektive Dinge!


Empfohlene Zitierweise:
Therese Stählin: So wir im Lichte wandeln. Verlag der Diakonissenanstalt, Neuendettelsau 1959, Seite 23. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Therese_St%C3%A4hlin_-_So_wir_im_Lichte_wandeln.pdf/25&oldid=- (Version vom 22.8.2016)