Seite:Thomas Lirer Schwäbische Chronik.djvu/97

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was das sie auff stüend vnd meß hört. Da kam ir diener ainer vnd sprach ob sie schier wölt meß hören. do sprachent die iungkfrawen sie wär noch in der kamer vnd Amisa bei ir. als pald sie aufstüend so wölten sie es sagen. allso baitet er noch ain weil vnd kam aber vnd sprach das man sie weckte es wär grosse zeit wie sie heüt allso lang slieff. do sprachen sie. wir haben sie noch heüt nie gehört vnd thüren sie nit wecken. Das sagt der diener dem künig. der sprach er sölt wider dar gan vnd sie lassen wecken. das thet der diener vnd kam hin auff zuo den iungkfrawen vnd hieß sie wecken es het es der künig geschafft. Die iungkfrawen giengent hin ein. vnd wo sie hin sahen vnd luogten so sahent sie niemant. do erschracken sie on massen ser vnd westen nit wie sie ym thuon solten. vnd schickten nach dem marschalck des hoffs vnd sagten ym wie es ain gestalt het der marschalck erschrack ser vnd gieng zuo den anderen räten allen vnd worden úber ain das sie es dem künig sagten. vnd also giengent sie zuo dem künig vnd sagten es ym. do erschrack er on massen ser als pillich was. vnd schuoff das man alle die fieng die zuo ir gehörten frawen vnd mann. vnd besunder auch all teütsch vnd gest die an dem hoff warent. allso ward herr Oswald von Hatstat auch gefangen vnd besunder in ain gemach beschlossen. dann die gemain red ward von stund an die teütschen hetent sie hin weg gefüert. Allso schicket man vil volcks auff dem wasser vnd auff dem land ob yemant möcht erfaren wo sie aus wär. do gieng man úber all ir behaltnuß zuo sehen ob man ichtz mangelte. do warent die besten klainet alle hin weg. allso fuorent sie da hin vnd kament in kurtzen tagen gen Rodis. do ward sie von dem graffen von Pfirt gar wol enpfangen

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Thomas Lirer: Schwäbische Chronik. Ulm: Konrad Dinckmut, 1486, Blatt 48r. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Thomas_Lirer_Schw%C3%A4bische_Chronik.djvu/97&oldid=- (Version vom 1.8.2018)