Seite:Veckenstedt - Wendische Sagen, Märchen und abergläubische Gebräuche.pdf/185

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hin. Die Rübe schlug ihn dabei so heftig in den Nacken, dass er auf der Stelle todt liegen blieb.

Burg.     
37.

Die Ludki haben früher auf der alten Schanze bei Leuthen gewohnt, die jetzt aber abgetragen ist, und auf dem Berge, welcher hinter der Kirche lag. Die Ludki von der Schanze sind einmal mit den Ludkis von dem Berge in Streit gerathen: aus dem Streit ist eine grosse Schlacht entstanden und alle Ludki sind in dieser Schlacht gefallen.

Leuthen.     
38.

Eine alte Frau aus Stradow erzählt, dass an dem Tage, an welchem die Gemeinde von Stradow in der Kirche zu Vetschau das Lied gesungen: „Allein Gott in der Höhe sei Ehr’“ – die Ludki mit Seufzen gen Himmel gefahren sind.

Stradow.     
39.

Ein Mädchen hat einmal einen Ludki-Topf gefunden, in welchem Knochen lagen. Das Mädchen dachte sich nichts dabei und nahm die Knochen mit nach Hause. Da hat es aber keine Ruhe gefunden, bis die Knochen wieder an Ort und Stelle waren.

Burg.     
40.

Auf dem Luschki-Berge bei Graustein haben einst die Luschki ihr Wesen getrieben. In der Zeit, als sie noch auf dem Berge und in demselben hausten, hatte einmal ein Bauer sein ganzes Vermögen verloren, aber ohne sein Verschulden. Der Bauer hatte gehört, dass in den Trümmern der Burg, welche einst der Wendenkönig auf dem Berge bewohnt hat, dessen Schätze zu heben seien. In seiner Noth machte er sich auf den Weg, danach zu graben. Zunächst suchte er eine Stelle aus, von welcher er glaubte, dass der Schatz dort liege. Da fiel ihm plötzlich eine eiserne Thür in die Augen; er öffnete dieselbe und gelangte in einen langen, finstern Gang. Nachdem er ungefähr eine halbe Stunde weit gegangen war, erhellte sich derselbe. Da sah er in einiger Entfernung wunderbare