Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/229

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Wahrheit und Bestimmtheit ein jenseitiges Ufer erreichen — Ferne und Tiefe überschauen könnte. Immer kann freylich hier die Aussicht nicht so lieblich seyn. Ich dachte mir die Scene an einem Herbsttage, wenn finstere Wolken über die brausende, schäumende See ziehen, gegenüber dem gefährlichen, so oft den Schiffen Untergang drohenden, Riffe, wo die hohe Brandung, wie ein fürchterlicher Donner tobt, und jeden Augenblick irgend ein trauriges Schauspiel des Schiffbruchs erwarten läfst, gleich gefährlich für die Unglücklichen auf der See, und für die, welche zu ihrer Rettung herbey eilen. Wie mancher Blick voll Verzweiflung und Todesangst mag hier nicht auf diese Leuchthürme gerichtet worden seyn, wie manches Angstgeschrey der mit dem Tode Ringenden mag hier nicht der Sturm vorüber getragen haben!

Die Anstalten sind hier zwar gut; aber doch ist es zu bedauern, daß man gerade an dieser gefährlichen Stelle kein Rettungsboot unterhält. Hören Sie einen merkwürdigen Unglücksfall, der aktenmäßig wahr ist, und

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 218. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/229&oldid=- (Version vom 7.4.2019)