Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/244

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geschieden. Mit edler Gutmüthigkeit erzählte er, wie er sich freue, wenn zuweilen auch nur ein fremder Bettler sich hieher verirre; doch scheint er hier froh und glücklich zu leben.

Der Mensch gleicht der Tanne, die in den tiefsten Wäldern am geradesten und höchsten wächst, selten aber in Gärten gedeiht; und menschliche Glückseligkeit ist wie ein Flötenton, der in Klüften und Bergen zehnfach wiederhallt, und in Städten höchstens nur im einsamen Zimmer, oder in Concerten, von andern Instrumenten übertönt, gehört, oft auch überhört wird.

Ich verließ Dondangen den Tag nach meiner Rückkunft, mit dankbarer Erinnerung an die gefällige und freundschaftliche Aufnahme. Keine trübe Erinnerung vernichtete mir das Bild der genossenen frohen Stunden; ich fand dort nur frohe und glückliche Meschen. Die Bauern sind wohlhabend; viele sogar, die große Bienen- und Viehzucht treiben, so wie auch einige Fischer, sind reich. Die jetzige Besitzerin fühle menschlich und git, und an den sehr beträchtlichen

Empfohlene Zitierweise:
Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 233. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/244&oldid=- (Version vom 7.4.2019)