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Die Vorstadt gleich hinter dem Erlenwäldchen ist klein, und besteht einige ansehnliche Gebäude am Hafen ausgenommen, nur aus niedrigen, mit Stroh und Latten gedeckten Häusern, die größtentheils von Tagelöhnern bewohnt werden. Eine Zugbrücke führt über den Hafen, den die Mündung der kleinen See bildet, durch ein geräumiges Thor in die Stadt.

Diese soll ihren Namen von dem lettischen Worte Leepa (Linde) erhalten haben, und ist in den ältesten Zeiten von Letten bewohnt gewesen. Doch schon im 13ten Jahrhundert hat es daselbst, wie aus einer Urkunde des Heermeisters Konrad von Vietinghoff erhellt, deutsche Kaufleute gegeben. Sie erwähnt unter andern eines dort ansässigen Grote Laurenzii von der Liwa, und seiner Kinder. Die Herleitung des Namens der Stadt von der Antwort einer Landesherrschaft an einige Deutsche, die sich hier niederlassen wollten: „Ihr Lieben baut —“ erklärt Tetsch, in seiner Kurländischen Kirchengeschichte, selbst für „ein Spiel des Gemüths.“ Erst im 15ten Jahrhundert erhob

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Ulrich von Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland. C. J. G. Hartmann, Riga und Leipzig 1809, Seite 81. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:VonSchlippenbachMalerischeWanderungenDurchKurland.pdf/92&oldid=- (Version vom 3.3.2019)