Seite:Wackernagel Geschichte der Stadt Basel Band 2,1.pdf/528

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Verhältnis stehe zum Maße der Dinge selbst. Was wir über das Zollkartell zwischen Basel und Nürnberg und die deswegen geführten Verhandlungen 1378, 1384, 1385 vernehmen, ist nur ein zufällig Erwähntes aus einem wohl sehr ansehnlichen Komplexe von Beziehungen. Ebenso, auf anderm Gebiete, die Nachrichten von Schädigungen baslerischer Kaufleute bei Friedberg 1378, auf der Straße zwischen Lausanne und Freiburg 1361 und 1366, bei Balstal 1374. Nur der italiänische Handel wird uns deutlicher.

Es ist der große zentraleuropäische Handelszug zwischen Nord und Süd mit dem Austausch von Wolle Tuchen Pelzen Spezereien Früchten. Sein Weg, in Venedig offiziell caminus Basle genannt, geht über den Gotthard nach Basel und von hier in der frühern Zeit durch das St. Amarintal, seit Mitte des XIV. Jahrhunderts über Straßburg und Luxemburg nach Flandern.

Schon die Streitigkeiten Basels mit Como und Luzern in den 1290er Jahren und kurz nachher weisen auf diesen frühen Alpenverkehr unsrer Stadt. Im Zollpfandbrief von 1223 wie in einer Schilderung des Basler Kaufhauses von 1359 erscheinen gleichmäßig die Bündel aus Lombardia und Francia, und die Gewandballen so die Lamparter von Flandern und Brabanten bringen und durch Basel führen. Sie sind die Dinge, die hier hauptsächlich den Transit ausmachen, von denen Herbergen und Kaufhaus leben und die Stadt ihren Zollgewinn hat. Was sonst hier durchgeht, wird nicht mit Namen genannt, nur nebenher zusammengefaßt. Die Italiäner aus den „königlichen“ Städten Como Mailand Venedig Florenz sind unter den fremden Kaufleuten, die Basel kennt, die mächtigsten. Sie sind auch die regelmäßigen Gäste. Neben der Größe des Weges, den sie beständig hin und her ziehen, neben der Bedeutung ihrer Geschäfte macht solche Stetigkeit den stärksten Eindruck. So daß dieser Verkehr, wenngleich nur Transit, doch für Basel ein Teil seines Lebens ist.

Er führt auch Basler über die Alpen. So nach Venedig den Johann Muttenzer, den wir dort 1338 im fondaco die Tedeschi antreffen, und 1355 den Johann Meyer von Hüningen in Vertretung des Burchard Münch von Landskron.

Burchard Münch, als Günstling Kaiser Karls und Basler Reichsvogt uns wohl bekannt, verlangte durch diesen Meyer vom Rat in Venedig die Festnahme eines Mailänders, der ihm in Pisa eine Geldsumme geraubt hatte; Venedig ließ aber den Schuldigen entwischen. Der Vorfall ist an sich wertlos, so belebt auch die durch Straßburger uns geschilderte Szene sein mag, da am Rialto Meyer den Schelm beim Mantel packt und ihm

Empfohlene Zitierweise:
Rudolf Wackernagel: Geschichte der Stadt Basel. Zweiten Bandes erster Teil. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1911, Seite 507. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Wackernagel_Geschichte_der_Stadt_Basel_Band_2,1.pdf/528&oldid=- (Version vom 20.11.2016)