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XI.

Die Wege des Landhandels zwischen Rußland und China.

Aus dem Russischen von Dr. F. Marthe.


Vor einiger Zeit tauchte in Rußland die Frage auf, ob nicht für den Theehandel mit China eine kürzere Verbindungsstraße sich auffinden lasse, als die so weite Umwege beschreibende über Kiachta und Sibirien. Angeregt war diese Frage durch die im Sommer 1864 ausgeführte Reise des Kapitän Printz nach der unfern des Ike-Aral-Nor liegenden Stadt Kobdo, über welche der Reisende in der Sitzung der Russ. Geogr. Gesellschaft vom 7/19. October 1864 Bericht[1] erstattete. Printz glaubte in Kobdo den Punkt gefunden zu haben, der in Zukunft am besten und vortheilhaftesten die Vermittelung zwischen den Theebezirken Chinas und dem Haupt-Theemarkt Rußlands, Nischni-Nowgorod, werde übernehmen können. Seine Ansicht stieß sofort auf Wiederspruch und gab Veranlassung, daß einer der competentesten Kenner der hier einschlagenden Verhältnisse, der Wirkl. Geh. Staatsrath N. K. Krit, die aufgeworfene Frage in einem eingehenderen Aufsatze behandelte, der im 2. Heft der „Iswestija der R. G. G.“ 1865, S. 17–37 zu finden ist. Diese vielfach interessante Arbeit ist im Folgenden meistens wörtlich wiedergegeben.

Der Hauptartikel der russischen Einfuhr aus China und das einzige chinesische Product, welches bis zu den Plätzen des europäischen Rußlands vordringt, ist der Thee. Der Werth der übrigen, über die russischen Grenzen eingeführten chinesischen Waaren ist im Verhältniß zum Thee unbedeutend und beträgt höchstens 6% der ganzen Einfuhr. Diese Waaren gehen in den Consum der Grenzbevölkerung


  1. Abgedruckt in den „Iswestija der Kaiserl. Russ. geogr. Ges.“ 1865. p. 1–16.
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Verschiedene: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Zweiter Band. Dietrich Reimer, Berlin 1867, Seite 305. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeitschrift_der_Gesellschaft_f%C3%BCr_Erdkunde_zu_Berlin_II.djvu/320&oldid=- (Version vom 1.8.2018)