Seite:Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin II.djvu/330

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wo er nach dem Norden hin abbiegt. Die Straße von hier aber bis Kobdo wird nach Angabe der Mongolen nur von Beamten benutzt; die Beförderung geschieht hier zu Pferde, doch ist es nicht möglich, auf den Stationen mehr als 5 Pferde zu bekommen, Lastkameele existiren auf dieser Linie nicht. Zwischen zwei Stationen derselben, Dsabchun und Chara-Borgassu, heißt es jedoch, kommen wilde Pferde (mongol. Dserlik) und einhöckerige Kameele vor.

Eine andre Straße von Hang-kao nach Kobdo folgt bis Kalgan dem Huguangschen Tractus und wendet sich von hier nach Tochto-choto, Naryngol und Uliassu-tai. Ueber diese Straße liegen glaubwürdige Berichte nicht vor, doch scheint sie nach Aussage der Mongolen wenig besucht zu sein und zur unmittelbaren Verbindung Kobdos mit China nicht zu dienen.

Ein dritter Weg nach Kobdo, der nördlichste, geht über Kalgan, Urga und Uliassu-tai.

Die beiden letzgenannten Städte sind durch zwei Straßen verbunden: die der kleinen und die der großen Stationen. Von Uliassu-tai weiter nach Kobdo führt eine Straße, deren letzter Zweig mit dem nach Kuldscha und Tschugutschak gehenden Wege zusammentrifft. Diese Linie führt von Uliassu-tai über Bukai-Dschurke nach der Stadt Hutschen, aus welcher jährlich auf dieser Straße eine bedeutende Karawane, im Durchschnitt von 1200 Kameelen, nach Urga abgeht, um die Producte des Landes dorthin zu bringen, namentlich Fadennudeln aus Weizenmehl, Taback, getrocknete Früchte, weiße und rothe Filze. Fadennudeln, getrocknete Früchte und Taback werden zum größern Theil von Urga über Kalgan nach China weiter verkauft. Die Händler aus Hutschen tauschen in Urga meistens Ziegelthee ein, mit dem sie die westliche Mongolei, theilweise wahrscheinlich auch Kuldscha und Tschugutschak versorgen.

Ueber die so oft genannte Stadt Hutschen werden einige in Urga gesammelte Angaben nicht ohne Interesse sein.

Hutschen oder Hui-chue-tschen, mongolisch Zontschi genannt, liegt etwa 100 Werst (14–15 Ml.) östlich von der Stadt Urumtschi. Sie ist nach den Aussagen der in Urga eintreffenden Karawanenhändler ein sehr bedeutender Platz, der nicht nur durch seinen Handel, sondern auch durch eine gewisse industrielle Production einen höhern Rang einnimmt. Es werden hier z. B. fabricirt eine Art Lustrin (Seidenzeug, mongolisch Durdan Jan-tscheu), Dabe, Baumwollenzeuge, Teppiche und rother Filz. Die Bevölkerung um Hutschen ist eine sehr dichte, der Ackerbau steht in Blüthe, cultivirt werden Reis, Weizen, Hirse und Gerste, außerdem liefert die Gegend, wie bemerkt, Taback und getrocknete Früchte. Bei Hutschen liegen eine

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Verschiedene: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Zweiter Band. Dietrich Reimer, Berlin 1867, Seite 315. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeitschrift_der_Gesellschaft_f%C3%BCr_Erdkunde_zu_Berlin_II.djvu/330&oldid=- (Version vom 1.8.2018)