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Sie hat ihre Aufgabe schon gelöst und soll dabei viel brauchbares Material zur Geographie jener Gegenden gesammelt haben.

3) Die Expedition unter dem Astronomen Struwe verfolgt astronomische und topographische Zwecke. Frühere Arbeiten sollen vervollständigt und das vollständige topographische Material aufgenommen werden, um eine Karte der ganzen Provinz Türkistān im Maßstabe von 10 Werst herzustellen. Die Arbeiten umfassen das ganze Gebiet von Merke bis zum Syr-Darja, am Syr-Darja den Strich vom Parallel von Türkistān im Westen bis zur Mündung des Tschirtschik und weiter östlich bis zu den Bergen von Sussamir und den Quellen des Tschirtschik. Neben den topographischen Arbeiten liefen astronomische Ortsbestimmungen, die eine Reihe von Punkten von der Festung Wernoie an bis Taschkend und Tschinas betreffen und am Syr-Darja bis zu den vom Contre-Admiral Butakof bestimmten Punkten reichen[1].

Das Resultat der Arbeiten Struwe’s wird eine genaue Karte fast der ganzen Provinz Türkistān sein, die im September 1865 begonnen, vielleicht jetzt schon beendigt ist. Außer derselben stellt er eine Karte vom Bassin des Issyk-Kül in Aussicht, auf welcher alle Lager- und Weideplätze der Kirgisen verzeichnet sein werden.

4) Die Expedition des Naturforschers Säwerzof zu geologischen und zoologischen Forschungen. Zu derselben gehören ein Officier von den Bergingenieuren, sowie mehrere Bergbeamte und Arbeiter. Säwerzof will seine im Jahre 1866 begonnenen Untersuchungen, von denen wir unten noch sprechen, fortsetzen[2].

5) Der Bergingenieur Oberst Tatarinof suchte nach Steinkohlen


  1. Im dritten (dem letzten uns zugegangenen) Hefte der Iswestija von 1866 werden folgende Bestimmungen Struwe’s, die unsere Karten erheblich ändern, bekannt gemacht:
    Breite östl. Lg. von Pulkowa
    Festung Wernoie 43° 16.5′ 46° 33.49′
    Tokmak 42 50.4 44 54.34
    Aksu 42 50.3 43 46.50
    Merke 42 52.3 42 49.19
    Aulie-ata 42 53.7 41 03.34
    Stadt Tschemkend 42 18.1 39 16.19
    Taschkend 41 18.7 38 56.49
    Tschinas 40 560 38 26.34
    Türkistān 43 17.6 37 57.19
    Utsch-Kajuk 43 1.36 37 29.49

    Diese Bestimmungen sind richtig bis auf 1/10 Minute in der Breite und 45 Secunden am Bogen in der Länge. Ueber Butakof’s Messungen s. Bd. I., 1866, S. 126 ff. unserer Zeitschrift.

  2. Nach den letzten uns zugänglichen Nachrichten befand er sich in Taschkend, wo er unter anderem die Verhältnisse der Seidenzucht studirte und constatiren konnte, daß im ganzen ehemaligen und gegenwärtigen Gebiete von Chokand die Krankheit der Raupen unbekannt sei. Das Pfund Eier kostete 100 R.
Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Zweiter Band. Dietrich Reimer, Berlin 1867, Seite 80. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeitschrift_der_Gesellschaft_f%C3%BCr_Erdkunde_zu_Berlin_II.djvu/95&oldid=- (Version vom 1.8.2018)