Seite:Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin IV.djvu/148

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

höher, dafür aber 1 Gr. südlicher liegt, in der Tiefe des Sees einerseits und der Höhe der umgebenden Berge andererseits gesucht werden. Reich ist der Issyk-Kul an Fischen, welche sich in manchen Buchten in erstaunlicher Menge zusammendrängen und von den Kirgisen gar nicht gefangen werden; ein großer Reichthum an Arten derselben scheint aber den See nicht auszuzeichnen, welcher darin der ihm benachbarten Steppe hinsichtlich ihrer Flora gleicht; Ssemenof fing immer nur Ssasane, eine Karpfenart.

In den See münden an 40 Flüsse. Die bedeutendsten sind die östlichen: der Tub und der Dschirgalan, welche am ewigen Schnee des Thian-Schan entspringen und die letzten 7 oder 8 Meilen in der östlichen Verlängerung des Seebeckens fließen, geschieden von einander durch den niedrigen Höhenzug Tasma, welcher zwischen den beiden Flußmündungen als Halbinsel in den See vorspringt und in dieser Gestalt Kuke-Kulussun heißt. Von den übrigen Zuflüssen des Sees sind die südlichen im Allgemeinen bedeutender als die nördlichen. Zu den ersteren gehören: der Karakol, der Dschity-Ugus, Kysyl-Ssu, Sauku, Tschischkak, Ak-Terek, Schirgatschal, Scharpildak, Ten, Konurulun u. a., zu den letzteren: der Taldy-Bulak, Turaigyr, Dürenyn-Ssu, Tschagan-Aty, Kesse-Ssengir, der kleine und der große Ak-Ssu, Ssurekgyr, Kudurgu, Kurmety etc. Im Winter sind alle diese Flüsse wasserarm, füllen sich aber im Frühling und Sommer, selbst noch im Herbst, und werden dann stürmisch und rauschend, während ihre Betten mit Baumgruppen eingefaßt sind. Wo der Boden nicht allzu steinig ist, und Bewässerungscanäle aus den Flüssen abgeleitet werden können, ist Ackerbau möglich und gewährt vorzügliche Ernten, aber der zum Feldbau geeigneten Ebenen sind wenige, sie werden kaum den 10. Theil des unter dem Kungei und Terskei begriffenen Territoriums bilden. Auch Gartenbau würde in allen auf den „Nordhang“ und den „Südhang“ mündenden Thälern betrieben werden können, wie dies ein von Burambai angelegter Garten im Thale des Sauku und eine Anpflanzung von Apfelbäumen am Ak-Ssu, einem linken Zufluß des Dschirgalan, beweisen. Die Rebe würde schwerlich am Issyk-Kul zur Reife gelangen.

Am 10. October trat die russische Recognoscirungstruppe ihren Rückmarsch an, zuerst in der Richtung nach ONO, dann NO, schräg über den Kungei weg in allmählicher Steigung zum Gebirge hin. Die ganze Oberfläche des Kungei war dort, wo der Weg ging, mit kleinen, rund geriebenen Steinen besäet, theils von Porphyr, theils und zwar häufiger von Diorit, seltener von Granit. Auf dem steinigen Boden standen viele dornige Gewächse, so die dornigen Arten von Astragalus, Lycium, Acanthophyllum spinosum und das neuentdeckte Acanthophyllum

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Vierter Band. Dietrich Reimer, Berlin 1869, Seite 132. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeitschrift_der_Gesellschaft_f%C3%BCr_Erdkunde_zu_Berlin_IV.djvu/148&oldid=- (Version vom 1.8.2018)