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IX.
P. v. Ssemenof’s Forschungsreisen in den Trans-Ilischen Alatau und zum Issyk-Kul,
ausgeführt in den Jahren 1856 und 1857.
Nach dem Russischen von F. Marthe.
(Schluß von S. 137.)


Im folgenden Jahre 1857 hatte der treffliche Führer, dem wir bisher gefolgt sind, Gelegenheit, seine Kenntnisse vom westlichen Flügel des Alatau durch eine Excursion in das Thal des Kebin zu vervollständigen. Es war diesmal in besserer Jahreszeit, am 17. August n. St., als er in Begleitung eines höheren Localbeamten mit einer Bedeckung von 5 Kosaken aus Wärnoje aufbrach. Die Reise ging an der Almaty oder Almatinka, an welcher bekanntlich Wärnoje liegt, aufwärts und war in ihrem ersten Theile die Wiederholung einer Excursion, welche Ssemenof schon am 31. Mai im Almaty-Thale bis zur Grenze der Waldvegetation ausgeführt hatte.

Zwölf Werst oberhalb Wärnoje beginnt der Eintritt in die Vorberge des Alatau. Das schöne Thal der Almatinka nimmt von hier aus bald den Anblick eines künstlich bepflanzten Gartens oder Parkes an; Gruppen wilder Apfel- und Aprikosenbäume sind untermischt mit anderen Laubbäumen, namentlich von der neu entdeckten Ahornart (Acer Semenowii), der gemeinen Vogelbeere (Sorbus aucuparia), der Espe (Populus tremula), Crataegus pinnatifida und von Sträuchern der schwarzen Berberitze (Berberis heteropoda). Zu den in dieser Zone wachsenden Gräsern gehören u. A. Paeonia anomala (var. hybrida forma intermedia), Scrophularia aquatica, Rheum leucorhizum. Das erste, zu Tage stehende Gestein ist Syenit. Nach 1½ Stunden Steigens gehen Fluß und Thal in zwei Aeste auseinander, die Aprikosen- und Apfelbäume hören auf (in einer Höhe von 4–4500 Fuß), es beginnt der Fichtenwald, immer noch untermischt mit den vorhin genannten Laubbäumen, von denen übrigens der Ahorn bei 5000 Fuß seine Grenze erreicht. Die in der Zone der Nadelhölzer vorherrschenden Sträucher sind: Geißblatt (Lonicera tatarica, L. coerulea, L. hispida), Himbeere (Rubus idaeus), Johannisbeere (Ribes atropurpureum und diacanthum), Wachholder (Juniperus pseudosabina). Unter den Kräutern der Waldzone fielen dem Reisenden die Vertreter von Familien auf, die im Thian-Shan und Alatau selten sind, namentlich aus der Familie der Orchideen:

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin/Vierter BandZeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Vierter Band. Dietrich Reimer, Berlin 1869, Seite 208. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeitschrift_der_Gesellschaft_f%C3%BCr_Erdkunde_zu_Berlin_IV.djvu/224&oldid=- (Version vom 1.8.2018)