Seite:Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin IV.djvu/230

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Verhältnisse hier im Westen kennt Ssemenof indeß nicht aus eigener Anschauung[1].

Der Kamm beider parallelen Hauptketten besteht seiner ganzen Länge nach aus Granit und Syenit. Am Nordabhange der Nordkette erscheinen hie und da Kieselschiefer, die stark zerrissen und metamorphosirt sind von Porphyren, aus denen alle Vorberge des Nordabhanges bestehen; Kalke, aber ohne organische Ueberreste, liegen auf der Nordseite nur im Querthale des Turgen. Zwischen beiden krystallinischen Ketten breiten sich in den Längsthälern Flötzgesteine aus, namentlich Schiefer, Sandstein und Kalke paläozoischer Formationen, in denen sich viele Versteinerungen befinden, in den untern Schichten aus der devonischen (z. B. Atrypa reticularis), in den oberen aus der Steinkohlen-Formation (so z. B. Productus semireticulatus, Pr. cora u. a.). Im Thale des Tschilik, wie in dem des Kebin ist der Fall der Flötzschichtungen ein synklinischer, d. h. sie sind durch die gleichzeitige Hebung beider Parallelkämme emporgetragen worden. Das Zwischengebirge Dalaschik besteht ganz aus Flötzformationen, deren Schichten eine antiklinische Falte bilden, die sich in der Mitte des Längsthales, parallel den krystallinischen Kämmen gebildet hat. Am Südabhange der Südkette liegen dieselben Kieselschiefer und Kalke, auch fand Ssemenof hier Versteinerungen aus der Steinkohlenformation im Thale des Tabulgaty. Porphyre bilden ebenfalls hie und da Vorberge auf der Südseite des Alatau. Dioritadern begegnen an verschiedenen Punkten des Gebirges.

Nach allem diesem zerfällt das Relief des Trans-Ilischen Alatau in drei Haupttheile: 1) die Nordkette mit ihren Vorbergen, 2) die beiden Längsthäler mit den einliegenden Zwischenketten und Hochebenen, 3) die Südkette.

Die Nordkette ist in ihren allgemeinen Zügen genugsam geschildert worden. Der besondere, östliche Theil derselben, der vom Durchbruch des Tschilik bis zum Tscharyn reicht, ist unter dem Namen Turaigyr bekannt. Die Höhe ihres Hauptgipfels, des Talgarnyn-Tal-Tschoku, wurde von Ssemenof nicht speciell gemessen, doch vermuthet er nach seinen Bestimmungen über die Höhe der Schneelinie und nach einer Vergleichung der schneelosen und schneebedeckten Theile dieses Berges, daß seine Höhe nicht bedeutend über 15000 russ. Fuß hinausgehen könne. Die mittlere Höhe der Nordkette überhaupt würde sich ungefähr aus den von Ssemenof gemessenen Höhen einiger Bergübergänge ergeben, es sind vom Talgarnyn-Tal-Tschoku aus im

Anmerkungen

  1. Orographisch betrachtet ist es also die Nordkette, welche sich an ihrem östlichen und westlichen Ende gabelförmig theilt.
Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Vierter Band. Dietrich Reimer, Berlin 1869, Seite 214. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeitschrift_der_Gesellschaft_f%C3%BCr_Erdkunde_zu_Berlin_IV.djvu/230&oldid=- (Version vom 1.8.2018)