Seite:Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin IV.djvu/239

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Schr., Carum bupleuroides Schr., Chamaesciadium albiflorum Schr., Aulacospermum alatavense R. et H., Semenowia transiliensis R. et H., Peucedanum transiliense R. et H., Schrenkia vaginata Fisch., Lomatopodium Lessingianum Fisch., Lonicera humilis Kar., L. Karelini, Rhinactina limonifolia Less., Brachyactis ciliata Led., Linosyris scoparia Kar., Tanacetum fruticolosum Led., Saussurea cana Led. u. a.

Daß so manche Gewächse der alpinen Zone in der Zone der Nadelhölzer auftreten, erklärt sich aus der Migration derselben, insofern die rasch fließenden kalten Bergströme die Samen derselben aus der oberen in die untere Zone hinabtragen und durch fortdauernde Bespülung der Ufer und Inseln mit frischem Schneewasser den hierher verpflanzten Gewächsen die nöthigen Lebensbedingungen schaffen. Auch diese Zone hat für die russische Kolonisation unverkennbare Wichtigkeit, insofern sie ihr Bau-, Nutz- und Brennholz bietet. Das Baumaterial liefert fast ausschließlich die dortige, kerzengerade zuweilen zu gigantischen Verhältnissen erwachsende Fichte – Picea Schrenkiana. Die russischen Ansiedler klagen zwar, daß das Holz derselben mit der Zeit leicht Risse und Sprünge bekomme, aber dieser Umstand ist weniger schlechten Eigenschaften des Holzes, als der Trockenheit des Klimas zuzuschreiben; wenn der in der oberen Zone gefällte Baum dort auch längere Zeit zum Trocknen gelegen hat, so ist die Kulturzone, in welcher er sodann verwendet wird, doch so viel trockener, daß das Platzen des Holzes nicht Wunder nehmen darf. Auch aus der Nadelholzzone sind die Kirgisen überall, wo dieselbe zwischen der von den Russen besetzten unteren und der alpinen Zone liegt, verdrängt worden. Dafür finden sie dort, wo über dieser Zone keine Schneegipfel und unterhalb derselben nicht russische Ansiedelungen liegen, auf den subalpinen Wiesen, welche hier den dunklen Fichtenwald ersetzen, gute kühle Plätze für ihre Sommerweiden. Diesen subalpinen Character nimmt die jetzt betrachtete Zone auf den äußersten Flügeln des Trans-Ilischen Alatau an, z. B. auf dem Turaigyr, in den obern Theilen der Längsthäler des Kebin und Tschilik, auf den Abhängen der in diese eingelagerten Zwischenketten, endlich an vielen Stellen auf der Südseite des Gebirges am Issyk-Kul.

Die vierte Zone, die wir die alpine nennen können, geht von der oberen Grenze des Waldwuchses bis zur Schneelinie, d. h. von 7600 und 8000 Fuß bis 10,500 und 11,000 Fuß hinauf. Die Baumvegetation hört hier völlig auf, Sträucher kommen im Allgemeinen noch bis 9000 Fuß vor, daher könnte diese Zone in eine untere alpine, oder Zone der Alpensträucher und in eine obere alpine oder Zone der Alpenkräuter getheilt werden. Doch ist der Unterschied dieser letzteren Unterabtheilung von der ersteren außer dem negativen

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Vierter Band. Dietrich Reimer, Berlin 1869, Seite 223. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeitschrift_der_Gesellschaft_f%C3%BCr_Erdkunde_zu_Berlin_IV.djvu/239&oldid=- (Version vom 1.8.2018)