Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/138

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Simon schläfst du?


A. Wie wunderbar ists, daß zur Zeit der grössesten Gefahr die meisten Menschen am sichersten sind!

B. So sollte man ihnen das Simon, schläfst du? beständig ins Ohr rufen.

A. Wer weiß nicht, daß Deutschlands Ansehen und Stärke durch die Uneinigkeit seiner Stände verächtlich werde? daß unser Vaterland an Gut und Zier verarme?

B. Simon, schläfst du?

A. Ist nicht die Religion zum Waarenhandel worden?

B. Simon, schläfst du?

A. Was ist der Richterstuhl, als eine Saat von Processen? Die Curie ein Labyrinth, der Hof ein geheimes Gemach?

B. Simon, schläfst du?

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 122. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/138&oldid=- (Version vom 1.8.2018)