Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/279

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

daß alle Tugenden und Uebungen der Erde, alle Mühe und Verläugnung dort ewigen Werth und Lohn finden, hier – breche ich ab. Die Zwölf Jungfrauen, die erscheinen, sind Glaube, Hoffnung, Andacht, Liebe, Keuschheit, Gehorsam, Freigebigkeit, Duldung, Einfalt, Demuth, Mässigkeit, Arbelt. Alle reden die Ankommende aufs liebreichste an, loben sie, krönen sie mit ewigen Lohne. Die ganze Erfindung ist in Spensers Geist und ihre Worte sind zum Theil Sprüche von ewigem Glanz und Werthe; welcher Ausdruck aber müßte nicht diesem Gegenstande, dieser Vorstellung selbst nachbleiben? Ich übergehe also ihre Reden und der entzückte Seher fährt fort:

Aber was hör’ ich, ich vernimm,
Der ganze Chor singt mit heller Stimm:

     „So geh nun ein ins Leben,
     Das dir von Anfang’ ist bereit!

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 263. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/279&oldid=- (Version vom 1.8.2018)