Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/286

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8.

Der zweite Dichter, den ich aus den unmittelbar vor Opitz vorhergehenden Zeiten nennen wollte, ist Georg Rudolph Weckherlin, von dessen Leben ich mehr zu wissen wünschte. In der Vorrede seiner Gedichte 38)[1] klagt er, daß sein väterliches Erbgut durch den unmenschlichen Krieg, in seines Bruders Händen zu Stuttgard und Blochingen, mit ihm selbst und seinem Vaterlande, auch viele seiner (Rudolf Weckherlins) hinterlassenen Schriften und Gedichte zu Grunde gegangen. Er führt an, daß die, denen er gnug bekannt gewesen, es wohl wissen, daß er vor dreißig, ja mehr denn vierzig Jahren der Deutschen Sprache Reichthum und Zierlichkeit den Fremden durch seine Gedichte vor Augen geleget. Die Buhlerlieder, die er sehr jung verfertiget, seyn längst verlohren; andre Stücke, sonderlich


  1. 38) G. R. Weckherlins Geistliche und weltliche Gedichte. Amsterd. 16. in 12.
Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 270. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/286&oldid=- (Version vom 1.8.2018)