Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/361

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der redliche Pirkhaimer, (Nürnbergs verdienter Patricius, Dürers und aller Guten Freund,) empfahlen ihn Maximilian, der ihn in Augsburg mit eigner Hand zum Dichter mit einem Kranze krönte, den seines Freundes Pirkhaimers Tochter ihm gewunden hatte. Hier war er mit im Gefolge


dieser jedesmal, was er Ihm seyn sollte. Den Livius stellte er, vermehrt, aus einer gefundenen Handschrift her; und jede Beute der schönen und nützlichen Litteratur lag ihm am Herzen. Sein Streit gegen das Papstthum war auf Geschichte gegründet, und er gieng hierinn rein zu Werke; auch hatte er Anfangs auf Luther nicht die mindeste Rücksicht. Er, wie Luther, hatte den Funken, der sie anglühte, aus Italien selbst geholet. Zu läugnen ist indessen nicht, daß in dieser Flamme, auch ohne die mindeste Religionsabsicht, bei Hutten mitunter ein wildes Feuer brannte; und dieses war, auch seine Jahre abgerechnet, der Rittergeist seiner Zeiten. Er war ein Fränkischer Edelmann, im Kriege frühe gebildet; er glaubte, wie mit dem Schwerdt, so auch mit der Feder kämpfen und sich auf gleichgetheiltes Licht, auf einen offenen, freien Kampfplatz verlassen zu können. Leider aber war dies der Fall nicht. Er kämpfte mit einer unsichtbaren, weit überwiegenden Macht, und mußte erliegen.

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Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 345. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/361&oldid=- (Version vom 1.8.2018)