Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/362

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des Kurfürsten von Mainz auf dem Reichstage, hatte gute Hoffnungen zu des Kaisers Hofe, und seine Jugendphantasie träumte lebhaft, „was er ausrichten, vollenden würde!“ Man lese den langen Brief, den er an Pirkhaimer schrieb, als dieser ihm die Einsamkeit auf seinem Fränkischen Ritterschloße anrieth. Burkhard, ein um Hutten sehr verdienter Mann, hat diesen Brief herausgegeben und commentirt; er zeigt, daß, ohngeachtet seiner schwächlichen Gesundheit, Hutten damals noch Alles lachte. Da schrieb er wie in einem Feuerstrom die Rede: Ad principes Germaniae, vt bellum Turcis invehant, Exhortatoria, in der, so viel dem Kaiser am Inhalte lag, doch einige zu warme Stellen weg mußten. Damals lebte der Hof und was sich am Hofe Maximilians und Alberts für Deutschland thun ließe, in seiner Seele: jede Blüthe irgend eines schönen Genies, in welcher Nation sie auch aufspriessen mochte, Budäus, Oecolampadius, Pirkhaimer, Faber, Erasmus, Copus, Ruellius,

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 346. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/362&oldid=- (Version vom 1.8.2018)