Seite:Zerstreute Blaetter V.djvu/382

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Lug und Trug sey; er sey täglich ausgangen, habe auf dem Markt mit Jedem Stundenlang gesprochen, Erasmus habe ihm die Thür geschloßen, u. f. Als Erasmus hörte, daß die Expostulation unter der Preße sey: kam er zurück, streichelte Hutten, wunderte sich, sprach von alter Freundschaft, rückte ihm sein nacktes Elend auf, hatte gar Herz gnug, einem Verlaßenen und Vertriebenen zu drohen; aber Hutten kehrte sich dran nicht. Die Expostulation erschien, und nun kam Erasmus, mit einem höflichem Schwamm (Spongia) den Flecken abzuwischen. So leicht ließ sich dies aber nicht thun; Luther, Melanchthon etc. haßten den Schwamm und sagten, er habe nicht blos Hutten, sondern das ganze Lutherthum mit Koth besprützen wollen: denn nun sollte es das Lutherthum gewesen seyn, das dem Erasmus und den Musen ihren Freund geraubet. Was das Aergste ist, haben Einige gar geglaubt, Hutten sey an diesem Schwamm, (den er vielleicht

Empfohlene Zitierweise:
Johann Gottfried Herder: Zerstreute Blätter (Fünfte Sammlung). Carl Wilhelm Ettinger, Gotha 1793, Seite 366. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zerstreute_Blaetter_V.djvu/382&oldid=- (Version vom 1.8.2018)