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62 Zeumer, Goldene Bulle, II. Teil. [II,2


satzten wir an unser stat den hochgeborn Wladislawen hertzogen ze Teschin und gesprachen uns, und chomen wider für gericht und für den hertzogen von Teschin, der an unserer stat sazz. Der fraget uns der urteyl. Do hetten wir uns bekant und bedacht von solchen rechten, fryheiten und gewonheiten, die ein ieglich kuorfürst hat von wegen der kuor dez heiligen römischen riches daz chein unser man nyendert recht tuon sol dann vor uns oder vor den kuorfürsten, dez man er ist. Und alzo wart mit rechter urteyl gewiset der obgenant von Spanheim für den egenanten Ruprechten pfallentzgraven bi Rine, der auch dem egenanten Vogt von Hunoltzstein von dem obgenanten von Spänheim rechtes helfen sol nach sines hofes recht, wanne ez der egenant Vogt an den obgenanten hertzog Ruprechten vordert. Wer auch, ob der egenant hertzog den egenanten Vogt von Hunoltzstein nicht rechtes hülf[WS 1] von dem dikgenanten von Spänheim, und der Vogt daz bewiset, so sollten wir im danne vor unserm hofgericht richten, alz recht und gewonheit unsers hofes ist. Ez ist auch vor uns mit gesampter urteil erteylt, daz alliu die clag, anleit und aht gentzlichen und gar ab sin sol, die der oft genant Vogt von Hunoltzstein vor unserm hofgericht uof den obgenanten von Spanheim biz her getan hat. Und sol im und sinen guten fürbaz zuo cheinem schaden chomen mit cheinen sachen und in chdein wise. Mit urkuond ditz briefes, den wir im darüber mit urteyl von gericht geben, besigelt mit unsers hofgerichtes hangendem insigel, nach Cristus gebuort drutzehen hundert und im druo und ffünftzigsten jar an dem vorgescriben eritag und in dem achtenden jar unserer riche.

Original im Geheimen Staatsarchiv zu München, bis 1868 im Präfekturarchiv zu Straßburg. Nach einer von der Direktion des Staatsarchivs zur Verfügung gestellten Kollation. Siegel an Pergamentstreifen. - Böhmer-Huber Nr. 1672 (wo der Druck bei Harpprecht, Staatsarchiv des Reichskammergerichtes I, Nr.VII, S. 99 nachzutragen ist) mit Dez. 6, Reg. d. Pfalzgrafen Nr. 2772 mit Dez. 2.


7.

Karl IV. erneuert dem Erzbischof Balduin von Trier das Privileg vom 25. November 1346 über das Recht der ersten Stimme (oben Nr. 4). – Mainz 1354, Januar 8.


  1. Im folgenden ist der Buchstabe "o" und "e" über dem "u" nicht mehr sicher zu unterscheiden. Es wurde die wahrscheinlichste Lesart gewählt.
Empfohlene Zitierweise:
Karl Zeumer: Die Goldene Bulle Kaiser Karls IV. (Teil 2). Weimar: Hermann Böhlaus Nachfolger, 1908, Seite 62. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Zeumer_Die_Goldene_Bulle.pdf/348&oldid=- (Version vom 1.8.2018)