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Johann Sebastian Bach.jpeg


Johann Sebastian Bach.
Geb. d. 21. März 1685, gest. d. 5. Mai 1812.


Veit Bach, ein Bäcker aus Preßburg in Ungarn, der von da im sechszehnten Jahrhundert wegen der Religionsunruhen auswanderte und sich in Thüringen niederließ, ist der Ahn einer zahlreichen Familie, die sich durch musikalisches Talent auszeichnete und durch mehrere Generationen Thüringen mit Musikdirektoren, Kantoren und Organisten versorgte. Alle Jahre pflegten sich die Familienglieder zu versammeln und unter sich kleine Musikfeste zu feiern. Von allen der größte ist Joh. Sebastian, der Sohn von Johann Ambrosius Bach, Hof- und Stadtmusikus in Eisenach. Als der Vater 1695 gestorben war, nahm ein älterer Bruder Johann Christoph, Organist in Ordruff, ihn zu sich und erzog ihn streng in seiner Kunst; nachdem auch dieser früh gestorben trat Sebastian in den Chor zu Lüneburg ein. Sein angebornes Genie, mit einem Feuereifer und eisernen Fleiß verbunden, ließ ihn sich früh als Virtuosen auf der Geige, der Orgel und dem Klavier auszeichnen. Nachdem er an verschiedenen Orten Thüringens Organist gewesen war, wurde er 1707 in Weimar Hoforganist, 1718 Kapellmeister in Anhalt-Cöthen und 1725 Cantor an der Thomasschule zu Leipzig, welches Amt er bis zu seinem Tode verwaltete. Keine hervorragenden Begebenheiten zeichnen seinen Lebenslauf aus, angesehen und geachtet, von seinen zahlreichen Schülern hoch verehrt, lebte er still seinem Beruf, und schuf eine unübersehliche Fülle von Werken, deren wenige seinen Namen groß und unsterblich gemacht hätten.

Bach ist eine echtdeutsche Kernnatur, stets aus dem Innern arbeitend und mit ernster unermüdlicher Pflichttreue nach dem Besten und Gediegensten strebend, das seine Kunst hervorzubringen vermochte. Was zuerst in seinen Schöpfungen hervortritt ist die staunenswerthe Kunst viele Stimmen zu einem harmonischen Ganzen zu verschlingen, so daß jede für sich selbstständig ihren Weg verfolgt, die eiserne Konsequenz, mit welcher er einen Gedanken festhält und ausführt, die strenge Gesetzmäßigkeit, mit welcher er die schwierigsten Formen wie spielend behandelt. Weit gefehlt aber daß Bach ein trockner Rechner, ein grübelnder Schulmeister sei: seine Erfindungen kommen aus einem warmen, tief