So gerne

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Textdaten
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Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
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Titel: So gerne
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen.
S. 127–129
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max & Komp.
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Erscheinungsort: Breslau
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Quelle: Commons, Google
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So gerne.


Wir Schlesier sind gar nicht dumm,
Die Andern sind viel dümmer.
Oft klagt die Welt, weiß nicht warum,
Wir aber wissen’s immer.

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Und wenn den Schlesier man fragt,

Warum er eben seufzt und klagt:
Nie ist die Antwort ferne;
Sein Sprüchlein heißt: So gerne!

Frägst du etwa die Bauern aus,

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Und möchtest gerne wissen,

Warum der Peter baut sein Haus,
Der Paul es eingerissen:
Dann sagen sie’s dir im Vertrau’n,
Und führen dich bis an den Zaun,

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Ohn’ Licht in der Laterne,

Mit ihrem Spruch: So gerne.

Das Mägdlein sitzet vor der Thür,
Ein Bursche kommt gegangen:
Mein Schätzchen, warum sitz’st du hier?

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Kneipt er sie in die Wangen.
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So gerne! spricht der feine Schatz.

Flugs nimmt der Bursche bei ihr Platz.
Die Mutter schreit von ferne:
Was weilt er hier? – So gerne!

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Der Bursche nistet keck sich ein;

Die Nachbarn rathen, warnen:
Er soll ein lockrer Bursche sein,
Kind, laß dich nicht umgarnen!
So viel auch Muhm’ und Vetter warnt,

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Der Bursche hat sie doch umgarnt,

Der Klugheit Wahl stand ferne;
Sie thaten’s halt so gerne.

Trank der Herr Urian zu viel,
So daß auf falschem Wege

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Er in der Nacht Moräste fiel,

Vom schmalen Tugendstege;
So weiß er, fährt sein Weib ihn an,
Warum er das ihr angethan,
Und sich von ihr entferne,

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Nichts weiter, als: So gerne!


Wohl viel, was man so gerne that,
Mag später Reue bringen;
Doch auch der schönen, guten That
Giebt’s fröhliches Gelingen.

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War helfend schnell die Rechte da,

Ohn’ daß es unsre Linke sah;
Und war der Dank auch ferne:
Wohl uns, geschah’s so gerne.

Das Höchste, Schönste nur gelingt,

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Wem es ein froher Wille

Gleich einem Himmelsfunken bringt
Aus unsrer Herzensfülle.
Und wenn’s im Geist dem Sänger tagt,
Und ihr, warum er singt, ihn fragt,

55
So zeigt er auf die Sterne,

Und singet euch: So gerne.