Sonna’noufgang

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Textdaten
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Autor: Michel Buck
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Titel: Sonna’noufgang
Untertitel:
aus: Bagenga’. Gedichte in oberschwäbischer Mundart. S. 164-167
Herausgeber: Friedrich Pressel
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: bis 1888
Erscheinungsdatum: 1892
Verlag: Robert Lutz
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Erscheinungsort: Stuttgart
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Quelle: Google-USA* und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[164]

Sonna’noufgang.

Schlôft au friedle ällz im Fleacka,
Ruaht au ällz in Gott vertrout –
Kräht der Gockel uffam Steacka,
Weads uff oi’ môl wieder lout.

5
Und ear kräht von Hansis Mischte

Lout uff Jörglisboura ra,
Jörglis schreit em Vetter Chrischte,
Und so gôhts da Flecka na.

Und as reit der Tag an Himmel,

10
Weiß voar Schreacka fluiht der Mau’,

Und ma’ sieht vom Sonnaschimmel
S Kranzhôr ob de Tanna schau’.

D Gluckhenn[1] macht se hinter d Boscha[2]
Und der Waga[3] fährt ins Holz,

15
Aelli Liachtla sind verloscha,

Wo noh glizt haunt bärig[4] stolz.

[165] D Läda fliaget nous an d Giebel,
Ussam Stall rennt Kuah für Kuah,
Weiber laufet mit de Kübel,

20
Mensch und Väah em Brunna zua.


Und as tutat jetz dur d Gassa
Luschtig mit seim Hoan der Hiat,
S springet d Scheacka,[5] s springet d Blassa[6]
D Hohlgaß nous uff d Woid ins Riad.

25
Hungrig schnattret d Gäu’s und d Enta,

D Henna gackset voar em Hous,
D Brockaschüssla, d Fuaterbrenta[7]
Frißt des Ziefer[8] gierig ous.

Spatza, Finka, Henna, Touba,

30
Oini[9] gar mit Feadrabüsch,

Rauti Dacha, Nonnahouba,
Aelles frißt am gleicha Tisch.

Uffam Fischt[10] narrieret d Stara –
Kuz, as ischt ällz wieder ouf,

35
Und am Firmament, am klara,

Kommt jetz d Morgaräuti rouf.

[166] Und schau’ brennet d Stubafei’schter
In der goldna Sonnagluat,
Und der Tau mit toused Glei’schter[11]

40
An de Blümla funkla thuat.


Seahnt er, wia dött uffam Bussa[12]
S Bleachdach uffam Kirchturm blitzt
Und d Ruina weiter dussa
Schiar wia gschmolzes Ei’sa[13] glitzt?

45
D Schnaibearg leuchtet in der Sonna,

Scheinet wia s purentig[14] Gold,
D Doana[15], höb[16] sia wär der Brunna,
Wo us deanar Schmelzi rollt.

Und dött siehscht a Weiti glüaha,

50
Glüaha dött da Feadrasai,[17]

Wia en Klai im strengschta Blüaha,
Wia a Feald von Fuierklai,

Und im Schiff da Mahdar[18] schwanka,
Wo im Wasser Guigga[19] schneidt,

55
Mit der Seagas[20] mit der blanka,

Flammazunga’n um se keit.

[167] Und am Erdastubaboda
Wearet grüani Teppich glait
Und vom Reapsbluscht goldni Loda[21]
Au noh extra drübert gstreut.

60
O wia schö’ ischt doch dui Earda!

Müachat[22] d Menscha’ it mit Fleiß
Ihni seall de gräuschti Bschwearda,
Heunt noh wär se s Paradeis!



  1. Das Sternbild des Plejaden.
  2. Büsche.
  3. Der große Bär.
  4. Eben noch.
  5. Weißgeflecktes Vieh.
  6. Vieh mit weißer Stirne.
  7. Längliche Futtergefässe.
  8. Kleinvieh.
  9. Einige.
  10. First.
  11. Funken.
  12. Berg bei Riedlingen-Ertingen.
  13. Eisen.
  14. Pure.
  15. Donau.
  16. Gleich als ob.
  17. Federsee bei Buchau.
  18. Schnitter.
  19. Schachtelhalme, Viehfutter.
  20. Sense.
  21. Tücher.
  22. Würden machen.