Sponsel Grünes Gewölbe Band 1/Tafel 8

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Tafel 7 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 1 (1925) von Jean Louis Sponsel
Tafel 8
Tafel 9
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TAFEL 8
1. BERGKRISTALLPOKAL
IN SILBERFASSUNG EINES LONDONER MEISTERS
DES 16. JAHRHUNDERTS
*
2. SILBERNER DECKELPOKAL MIT
BERGKRISTALLSCHALE UND DEM WAPPEN DER HERZOGIN
ERDMUTHE VON STETTIN-POMMERN GEB. MARKGRÄFIN
VON BRANDENBURG GEST. 1600
*
3. SILBERNER POKAL MIT
BERGKRISTALLGEFÄSS UND EINGESCHNITTENEN SZENEN
VON DIANA UND AKTAEON VOM ENDE
DES 17. JAHRHUNDERTS
[Ξ]
Sponsel Grünes Gewölbe Band 1 Tafel 08.jpg

[90] Links: Deckelpokal mit ovalem Gefäß aus Bergkristall in vergoldeter Silberfassung. Auf dem Deckel eingeschliffen, vorn: Diana mit ihren Nymphen im Bad, hinten: ein Hirsch, von Hunden verfolgt. An Stelle des Schaftes ein ruhender Hirsch, darüber ein Baluster mit vier Bügeln; als Krönung des Deckels Aktäon mit zwei Hunden, beides aus vergoldetem Silber gegossen. Deutsch, Ende 17. Jhdt. (H. 36,5 – V. 282.)


In der Mitte: Ovale Schale aus Bergkristall mit gewelltem Schliff auf hohem silbervergoldetem ovalen Sockel und mit ebensolchem Deckel, auf dessen Spitze eine Korallenzinke. Der getriebene Sockel enthält in ovalen Feldern gelagerte Flußgötter und Seetiere zwischen Rollwerk und Früchten, am Knauf Pferdeköpfe, der getriebene Deckel hat zwei Kinderköpfe und zwei Masken zwischen Rollwerk und Fruchtbündeln. Ohne Marken; die Fassung deutsch, Ende 16. Jhdt. – Der Boden der Schale ist hintermalt mit dem markgräflich brandenburgischen Wappen und darüber mit den zum Teil verwischten Initialen der Herzogin Erdmuthe zu Stettin-Pommern, geb. Markgräfin von Brandenburg, geb. 1561, verm. 1577, gest. 1600. Sie war eine Schwester der Kurfürstin Sophie von Sachsen, Gemahlin des Kurfürsten Christian I. (H. 38,5 – V. 260.)


Rechts: Deckelpokal, der halbkugelförmige Körper aus Bergkristall mit Facettenschliff, der ähnlich geschliffene Schaft und Fuß auch aus Bergkristall. Die silbervergoldete Fassung mit eingravierten Mauresken am Mundrand. Der getriebene Deckel ist radial mit erhabenen Füllungen versehen. Zwischen Körper und Schaft ein silberner, mit Rollwerk und herausgereckten Köpfen verzierter Wulst, der durch Schienen mit dem Mundrand verbunden ist. Im Innern des Deckels und am oberen Rand außen vier Marken: Löwe, Löwenkopf, Vogel und R. Londoner Marken des 16. Jhdts. Nicht bei R. (H. 28,5 – V. 275.)